Kroatien - SehenswürdigkeitenKroatien ist mit natürlichen und kultur-historischen Kostbarkeiten reich gesegnet. Die besondere Anziehungskraft für Reisende verdankt das Land zwar vor allem der Strand-, Küsten- und Inselpracht. Daneben bleibt viel Ungesehenes und Unentdecktes, denn die sehenswerten und reizvollen Anlaufpunkte sind nicht nur an der Adria zu finden, sondern über ganz Kroatien verteilt. Hier nur eine kleine Auswahl.
Naturpark Plitvicer Seen
Kroatien besitzt neun ausgewiesene Naturparks, ökologisch wertvolle Gebiete die unter besonderen Schutz stehen. Einer davon ist der Plitvice-Nationalpark, an der Grenze zu Bosnien-Herzegowina, im hügeligen Karstgebiet Mittelkroatien nordöstlich des Kapela-Gebirges. Das Naturschutzgebiet liegt nur etwa 100 Kilometer südwestlich von Zagreb direkt an der Nationalstraße D1 Zagreb–Split, zwischen Slunj und Korenica.
Gegründet wurde der Park 1949. Ziel der Einrichtung des Naturparks war es, die ökologisch und kulturell wertvolle Karstlandschaft mit zahlreichen Seen und Wasserfällen zu schützen und zu bewahren. Damit ist er der älteste Nationalpark Kroatiens und wurde bereits 1979 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben. Die Parklandschaft verspricht ein ganz besonderes Naturerlebnis und eine Alternative zum Städtetourismus und dem Erholungsurlaub an der kroatischen Adria.
Den Mittelpunkt des Naturschutzgebietes bilden die Plitvicer Seen. Auf einer Länge von 9 Kilometern ziehen sich die Seen wie eine Kette von insgesamt kristallklaren, oberirdischen Karstseen als komplexes kaskadenförmiges System von Norden nach Süden. Die stufenförmig übereinander liegenden Seen sind auf dem Weg durch die waldreiche und bergige Landschaft durch zahlreiche Felsstufen, auch Travertin-Barrieren genannt, aufgestaut und voneinander getrennt. Über diese natürlichen Dämme fließt das Wasser in Stromschnellen und herabstürzende Wasserfälle und mündet schließlich in die Korana-Schlucht.
Zur Erklärung: Der einzigartigen Naturerscheinung der Travertin-Barrieren geht ein Prozess vorweg, in dem sich über Jahrtausende Kalkablagerungen gebildet haben. Ein ideales Wechselspiel zwischen Fließwasser, Stein, Vegetation und Klima. Grundlage solcher Entwicklungen sind die Eigentümlichkeiten eines Karstgebiets, einer Landschaft, die typischerweise aus sprödem, porenreichem Gestein besteht.
Zwischen dem obersten und dem untersten See ist die Höhendifferenz über 130 Meter, wodurch sich auch die Charakteristik der Landschaft ändert. Während die zwölf größeren Oberen Seen in eine harmonische wirkende Hügellandschaft eingebettet sind, sind die Ufer der vier Unteren Seen von bizarren, schroffen, weißen Kalkfelsen geprägt. Die Seen bildeten sich durch den Zusammenfluss einiger kleiner Flüsse sowie durch unterirdische Karstzuflüsse.
Besonders sehenswert sind, neben den unzähligen Kaskaden und kleinen Wasserfällen, die beiden größten Wasserfälle im unteren Seenbereich. Der kleinere ist der 25 m hohe »Galovac-Wasserfall« (Galovacki buk), der »Große Wasserfall« (Veliki slap) stürzt aus einer Höhe von 78 Metern hinab, die Seen bildeten sich durch den Zusammenfluss einiger kleiner Flüsse sowie durch unterirdische Karstzuflüsse.
Mit einer Gesamtfläche von gerade 2km² ist der Wasserflächen-Anteil am Park nur sehr gering, denn die Gesamtfläche des Naturschutzgebietes Plitvicer Seen beträgt 30.000 km².
Die besondern klimatischen Gegebenheiten innerhalb des Schutzgebietes mit Adriaeinfluss, Bergluft und der besonderen Höhenlage, sowie das Fehlen von beeinträchtigenden Einflüssen durch Lärmbelästigung oder Luftverschmutzung, bewirken so ideale Bedingungen und eine besonders vielfältige Flora und Fauna. Es sind vor allem viele endemische Arten vorzufinden, solche, die an keinem anderen Ort vorkommen als im Park. Rund um die Seen sind Tierarten zu entdecken, die auch schon vor dem Menschen hier lebten. In dichten Laub- und Nadelwäldern sind Bären, Wölfe, Wildkatzen, Hirsche und seltene Vogelarten, wie z.B. das Waldhuhn und die Waldohreule anzutreffen.
Bekannt wurde die Region um die Plitvicer Seen auch im deutschsprachigen Raum, durch die in 60er Jahren gedrehten Winnetou-Filme. See- und Wasserfallszenen des Western wurden in diesem Nationalpark gedreht.
Etwa 900.000 Gäste kommen jedes Jahr. Zu erreichen ist der Nationalpark z.B. per Auto. Die Autobahn A1 von Zagreb bis Split verläuft in etwa 50 Kilometer Entfernung westlich des Nationalparks. Die nächstgelegenen Flughäfen sind Zadar, Zagreb und Rijeka. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind die Plitvicer Seen am ehesten per Bus von Zagreb, Karlovac, Zadar oder Split aus zu erreichen.
Die Halbinsel Istrien
Die Halbinsel Istrien liegt im nördlichen Teil der kroatischen Adriaküste, zwischen dem Golf von Triest und der Bucht des Kvarner gelegen. Die größere Fläche gehört zu Kroatien, nur ein kleiner Teil zu Slowenien. Die Halbinsel ist überwiegend gebirgig; Landschaft, Vegetation und Landnutzung haben mediterranen Charakter. Kulturell weist Istrien starke regionale Eigenheiten auf. Rund 300 000 Einwohner bewohnen ca. 3 200 km2. Zu den wichtigsten Städten gehören Pula, Opaija Rovinj, Poreč und Umag.
Über zwei Jahrtausende war Istrien unter wechselnder Herrschaft. In dieser Zeit wurde die Insel insbesondere von der Republik Venedig geprägt – trotz byzantinischen, römischen, fränkischen, bayrischen und anderen Einflüssen. Daher wird auch vom »Venezianischen Istrien« gesprochen, stellvertretend dafür die Architektur der Städte.
Besondere Attraktivität strahlt die Region durch seine Vielzahl an historischen und kulturellen Plätzen, Denkmälern und Kirchen sowie Bastionen, Türme, Festungen aus. Daneben haben sind bei Ausgrabungen in istrischen Höhlen Zeugnisse von Urmenschen, sowie Fußabdrücke und Knochenreste von Dinosauriern entdeckt worden. Mehr als 400 Ruinen von Siedlungsanlagen sollen auf eine starke Besiedlung Istriens in der Bronze- und Eisenzeit hinweisen.
Besonders empfehlenswert ist eine Entdeckungsreise zu den idyllischen istrischen Küstenstädten, wo auf dem Weg dorthin zahlreiche Kulturbauten den Weg kreuzen werden. Das Amphitheater in Pula, aus dem 1. Jahrhundert, errichtet zur Zeit der Herrschaft von Kaiser Vespasian, ist das größte antike Bauwerk auf Istrien und eines der sechs größten römischen Amphitheater weltweit. Hier fanden früher Gladiatorenkämpfe statt, die von etwa 20.000 Zuschauern bejubelt werden konnten. In den Sommermonaten finden hier Konzerte, Opern, Ballettaufführungen und das Filmfestival statt.
Dvigrad, nahe Kanfar in Rovinj gelegen, ist die größte Burgruine und liegt auf einer Anhöhe. Nach einer Pestepidemie wurde Dvigrad im 17. Jahrhundert aufgegeben. Das gesamte Areal erstreckt sich heute über 16.000 Quadratmeter. Nezakcij, die vier Kilometer von Pula entfernte antike Stadt, war die Residenz der Histra, die 177 v. Chr. von den Römern besiegt wurden.
Das wohl bedeutendste Bauwerk des im westlichen Teil der Halbinsel gelegenen Porec ist sicher der ehemalige Bischofspalast mit der byzantinische Euphrasius-Basilika, der zusammen mit der dreischiffigen Kirche, Baptisterium und Atrium von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde
Sehenswert sind noch der antike Residenzkomplex in der Bucht Veriga auf Brijuni (einer der neun Naturparks Kroatiens), der Augustus-Tempel, das kleine römische Theater und das Kastell in Pula, die Kirche der Hl. Euphemia in Rovinj sowie die Kažune, oftmals kleine, zumeist runde Feldschutzhütten aus Trockenmauerwerk. Diese Gebäude sind zugleich das bekannteste Symbol Istriens.
Naturschönheiten in und rund um Istrien zeigen eine besonders reichhaltige Umwelt mit einer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt und Wäldern, die sich bis zum Meer erstrecken. Das Meer gilt als sehr sauber und teilweise noch unberührt. In dieser Umgebung befinden sich die Brijuni-Inseln, ausgewiesen als einer der neun Naturschutzparks Kroatiens, gelten diese als besonders schönes Archipel und haben noch gut erhaltene mediterrane Steineichenwälder.
Das ideale Klima auf Istrien macht einen Aufenthalt das ganze Jahr über angenehm. Profitierend von Lage und Landschaft hat sich hier schon länger abgezeichnet, sicher auch als Alternative zum üblichen Bade- oder Erlebnistourismus, das sich eine neuere Art des Reisens etablieren wird, - die des Gesundheitstourismus.
Auch früher war Istrien schon bekannt für Saunen, Bäder und spezielle Massagen. Doch in den letzten Jahren, sind die Wellness-Zentren, speziellen Therapien und Heil- und Kosmetikprogramme, wie in vielen Ländern Europas und sogar weltweit, geradezu aus dem Boden geschossen.
Als bekanntes Bad wird hier "Istarske toplice" genannt, inmitten des Motovuner Waldes in Zentralistrien gelegen. Schon zu Zeiten der Römer soll es dieses Thermalheilbad gegeben haben. Die Hauptthermalquelle St. Stephan mit einer Wassertemperatur von 36°C entspringt unter einer 85 m hohen Felswand. Krankheiten der Atmungsorgane, des lokomotorischen Systems, postoperative Zustände an Knochen und Gelenken und einige chronische Hals- und Hautkrankheiten, sowie auch gynäkologische Krankheiten werden hier behandelt.
Insgesamt lässt sich festhalten, dass es mittlerweile eine breite Angebotspalette an Wohlfühl- und Gesundheitsprogrammen gibt, ob Antistresstherapie mit Musik, Farben oder Aromatherapie, verschiedene Bäder, Eisbecken, Solarien und Saunen bis zu medizinischen und kosmetischen Behandlungen, oder auch Thailändische und Shiatsu-Massage, finnische, römische und istrische Saunen, türkische Bäder, Whirlpools mit Wasserfällen und Unterwassermassagen. Istrien ist auch im Kroatien-Vergleich bei diesen Angeboten die preisgünstigste Option.
Bekannte Wellness-Zentren in Istrien sind das "Istrian Relax Village" und die "Villa Rustica" in den Umager Hotels "Sol Umag" und "Sol Koralj", sowie das Wellness-Zentrum des Hotels "Diamant" in Poreč, das Wellness-Hotel "Croatia" in Duga Uvala und das Hotel "Valsabbion" in Pješčana Uvala bei Pula, sowie die Wellness-Poliklinik "Peharec" direkt in Pula am Südzipfel der Halbinsel.
Die Lage zu den Großstädten Europas ist sehr gut. Das herzförmige Istrien ist für die Europäer sozusagen das Tor zum Mittelmeer. Triest und Ljubljana sind unmittelbar in der Nähe, Graz ist nicht weit, bis Mailand und Wien sind es ca. 500 km und München ist weniger als 600 km entfernt. Mit Pula hat Istrien einen internationalen Flughafen.
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