Sicherheit und QualitätAuf was sollte ich bei der Auswahl eines Anbieters achten?
Wie bereits ausführlich dargelegt, sollten Sie bei Ihrer Auswahl nicht nur auf den Preis eines Anbieters, sondern auch auf den Leistungsumfang und den Eindruck, den ein jeweiliger Anbieter auf Sie macht, achten. Muss ich automatisch mit einer schlechteren Qualität bei einer Behandlung im Ausland rechnen? Nein, auch im Ausland gibt es hervorragende Ärzte – aber auch „schwarze Schafe“, daher sollten Sie sich intensiv mit der Auswahl eines Anbieters beschäftigen.
Auf welche Kriterien sollte ich achten?
Nun, es gibt viele Kriterien, die bei einer Entscheidung für einen Anbieter eine Rolle spielen sollten. Neben den bereits aufgezeigten Kriterien wollen wir Ihnen nachfolgend einige weitere, detailliertere Kriterien nennen, die Ihnen bei der Identifikation eines seriösen Anbieters helfen können. Die Identifikation eines seriösen Anbieters stellt eine der größten Herausforderungen für Sie als möglichen Patienten dar. Bitte beachten Sie, dass wir Ihnen nur Hinweise auf mögliche relevante Kriterien geben, aber Ihnen nicht die Entscheidung abnehmen können. Außerdem kann selbst ein hervorragender Arzt nie sämtliche Risiken einer Behandlung ausschließen.
1.) Ist der Arzt ein Mitglied eines Fachverbandes?
Die Mitgliedschaft in einem Fachverband kann, muss aber nicht gewisse Rückschlüsse auf die Erfahrung eines Anbieters erlauben. Eine Übersicht einiger Fachverbände des jeweiligen Landes erhalten Sie in unserer Länderübersicht. Die meisten Fachverbände haben eine Website (einige zumindest auch auf englisch vorhanden), die Sie über Fragen wie Aufnahmekriterien oder eines Verhaltenskodex aufklären sollten. Fachverbände fördern meistens den Erfahrungsaustausch ihrer Mitglieder untereinander. Bei Fragen trauen Sie sich durchaus auch, einfach mal bei einem Fachverband anzurufen. Zusätzlich finden Sie meistens eine Mitgliedsliste, so dass Sie die Mitgliedschaft eines Arztes direkt überprüfen können.
Neben länderspezifischen Vereinigungen existieren auch international operierende Fachverbände. Hier eine Auswahl:
2.) Welche berufliche Erfahrungen und Ausbildung hat der Arzt?
Erfragen Sie die Fallzahlen des Arztes, das heißt, die genaue Anzahl der Patienten, die der Arzt pro Jahr behandelt – am besten sogar speziell für die Methode, für die Sie sich entschieden haben. Informieren Sie sich über die relevante Erfahrung des Arztes – vielleicht verfügt er über Berufserfahrung an anderen Kliniken? Achten Sie auch auf die berufliche Ausbildung. Vielleicht verfügt er über ein Studium an einer renommierten Universität? Lassen Sie sich einen Lebenslauf von dem Arzt oder der Klinik aushändigen, aus dem diese Informationen hervorgehen. Vergewissern Sie sich auch, dass sie tatsächlich von dem Arzt behandelt werden, mit dem Sie im Vorfeld sprechen und nicht etwa von Assistenzärzten. Klären Sie auch, wer die Nachbetreuung vornehmen wird.
3.) Ist der Anbieter akkreditiert?
Es existiert eine Vielzahl von Akkreditierungen, die jeweils unterschiedliche Aussagen über den Anbieter zulassen. Jede der Akkreditierungsstellen hat eine Website, so dass Sie sich dort weiter über Prüfkriterien und Aussagekraft informieren sollten. Eine Akkreditierung ist ein langwieriger Prozess, der von unabhängigen Institutionen geprüft werden muss.
Hier eine Auswahl der gebräuchlichsten Akkreditierungen:
JCI - Joint Commission International
Eine vor allem in den USA anerkannte Akkreditierung ist die JCI. Sie benötigt meist eine Vorbereitungsphase für das Krankenhaus von 18-24 Monaten und wurde inzwischen bei einigen Krankenhäusern weltweit durchgeführt. Eine vollständige Liste der akkreditierten Krankenhäuser sowie weiterführende Informationen finden Sie auf der Website von Joint Commission International. Falls Sie eine Beschwerde über die Qualität eines JCI akkreditierten Anbieters haben sollten, können Sie diese dort ebenfalls adressieren. Leider ist die Website nur auf englisch.
Übrigens existieren auch JCI Akkreditierungen für klinische Labors, Pflegeeinrichtungen und medizinische Transportdienste.
TAS - Trent Accreditation Scheme
TAS ist in England beheimatet und eine vor allem dort sowie in Hong Kong gebräuchliche Akkreditierung. Auf der Website finden Sie eine vollständige Liste der akkreditierten Krankenhäuser.
TÜV Süd
Die TÜV Zertifizierungen sind vor allem Patienten aus dem deutschsprachigen Raum bekannt und inzwischen aber auch international gebräuchlich. Die Zertifizierungen können nach unterschiedlichen Normen etwa im nach der ISO 9001:2000 Norm oder im Bereich Umweltmanagement erfolgen. Daher ist es wichtig, dass Sie wissen, nach welcher Norm der Anbieter zertifiziert wurde. Eine Liste der zertifizierten Anbieter kann jeweils auf der Website eingesehen werden. Dort finden Sie auch weitergehende Informationen.
Neben Krankenhäuser und Arztpraxen können übrigens etwa auch Kurbetriebe, Pflegeeinrichtungen, Reha-Einrichtungen und Rettungsdienste durch den TÜV zertifiziert werden.
Eine Besonderheit für Augenlaserbehandlungen stellt der sogenannte Lasik TÜV dar.
Dies ist eine speziell für Augenlaserbehandlungen entwickelte Zertifizierung des TÜVs; als Voraussetzung gilt neben einer ISO 9001:2000 Zertifizierung ein Audit, der eine spezielle Hygienecheckliste sowie einen TÜV Kriterienkatalog überprüft.
Weitere mögliche Akkreditierungen umfassen:
4.) Welche Regulierungsbehörden überwachen die Arbeit des Anbieters?
Lassen Sie sich von dem Anbieter die jeweils zuständigen Regulierungsbehörden nennen. Eventuell erhalten Sie über diese weitergehende Informationen zu regelmäßigen Überprüfungen und Veröffentlichungen von Fallzahlen oder anderen Fakten.
Für eine Übersicht von Fragen, die Sie mindestens Ihrem potenziellen Arzt stellen sollten, haben wir Ihnen eine ausführliche Checkliste zusammengestellt, die Sie kostenlos downloaden können.
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