Spanien

Überblick

Spanien - Sehenswürdigkeiten

 

Reich gesegnet an Strand- und Sonnenplätzen, war Spanien lange Zeit vor allem wegen des Freizeitangebots im Bade- und Strandtourismus beliebtestes ausländisches Urlaubsziel der Deutschen. Doch Spanien hat neben seinen zweifellos schönen und attraktiven Küstenabschnitten weit mehr zu bieten. Ob landschaftliche Schönheiten in der Natur, kulturhistorisch bedeutsame Reiserouten, architektonische und gartenbauliche Kunstfertigkeit oder provinzieller Charme einer Weltkulturerbestadt - es gibt eine enorme Vielfalt an Ausflugs- und Erlebnismöglichkeiten. Die folgende, kleine Auswahl soll einen ersten Einblick geben:

Die Silberstraße
Mit Ankunft der Römer um 218 v.Chr. kam auch Spanien in den Genuss eines weitverzweigten Straßen- und Wegesystems. Die Ursprünge der Silberstraße gehen auf die Jahre 29 bis 19 v. Chr. zurück, als Kaiser Augustus die Eroberung Hispaniens vollendete und seine neue Hauptstadt Merida im Süden mit zwei Lager im Norden, Astorga und Leon, verbinden wollte.

Der Name Silberstraße »Vía de la Plata« stammt wahrscheinlich aus dieser Zeit. Andere Auslegungen sehen den Namen gemeinhin als Ableitung von »Vial Lata«, der breite Weg bzw. dem arabischen »balata«, der gepflasterte Weg.

Zwischen dem 1. und 19.Jahrhundert stellte die Silberstraße die wichtigste Verkehrsachse dar, von der aus nicht nur weitere Wege und Straßen gebaut wurden, sondern auch reger Handels- und Kulturaustausch betrieben wurde. Über die Jahrhunderte haben sich die verschiedensten Kulturvölker entlang der Vía de la Plata niedergelassen. Mit ihren Städten, Tempeln, Aquädukten, Brücken, Bogen und Festungen sowie ihrer Volksarchitektur, ihrer Folklore und ihrem Kunsthandwerk haben sie die Route zu einem ganz besonderen kunsthistorischen Erbe geformt.
Die an der Silberstraße liegenden Städte umfassen von Süden nach Norden folgende Ortschaften: vom andalusischen Sevilla, dem ehemaligen Hispalis geht es über Zafar und Mérida, dem sogenannten Rom Hispaniens, weiter bis Cáceres, Plasencia und Béjar, nach Salamanca, die Wiege einer der größten Universitäten Europas, nach Zamora und Benavente, über Astorga bis León, Hauptstadt des alten Königreiches gleichen Namens, um endlich im asturischen Gijón, am kantabrischen Meer zu landen.
Heute ist die Route mit ihren 800 Kilometern eine interessante Reisestrecke, die durch den Bau einer Eisenbahn neue Attraktivität erlangt hat.

Gärten und Parks
Sie machen oft nur einen räumlich kleinen, bescheidenen Teil im Erscheinungsbild einer Stadt aus, doch zumeist sind gerade sie der belebende und erfrischende Faktor darin. Spanien besitzt ein kulturelles Erbe mit einem großen Reichtum an Gärten und Parks. Einige der ältesten Gärten Europas sind auf der Halbinsel beheimatet.

Sehr wichtig für die Entwicklung und Entfaltung der verschiedenen Anlagen war die Präsenz Roms und das Erscheinen der Villa: Der traditionelle Gemüsegarten verlor an Wichtigkeit und das neue Bedürfnis nach Luxus und Exotik wuchs stärker. Bei der Gestaltung wird das Haus um einen bepflanzten Hof herum angeordnet, der den Ursprung des andalusischen Patio bildet. Belebt und erfrischt wird die Komposition von einem oder mehrerer Brunnen, kleinen Kaskaden oder Wasserspendern, denn bereits die Römer waren Meister in der Kultivierung des Wassers.
Aus der breiten Palette an bemerkenswerter spanischer Gartenkunst werden im Folgenden zwei Anlagen kurz vorgestellt, sozusagen als Inspiration für eigene Entdeckungen.

Eine der vielleicht bekanntesten Anlagen in Spanien ist die »La Alhambra«, in der andalusischen Stadt Granada. Sie wurde zur Blütezeit des Nasriden-Kalifats im 14. Jahrhundert von Yusuf I. und Muhammad V. errichtet. Sie war das bedeutendste politische und aristokratische Zentrum des islamischen Westens.
Das Bauwerk ist ein arabischer Palast mit Sälen, Patios, Harem, Gärten, und Bädern. Räume und Architektur, verknüpft durch Patios und Gärten stellen ein prunkvolles, elegantes, aber auch schlichtes harmonisches Gesamtwerk dar. Unter besonderer Verwendung des Wassers, des Lichts, der Farben und Materialien, wird ein außerordentlich dekorativer Reichtum erzielt. Die filigranen Stuckarbeiten und die überall auftauchenden bunten azulejos-Mosaiken sind Ausdrucksformen der arabischen Herrscher des Nasriden-Reiches.
Mit dem in Barcelona gelegenen »Parc Güell« ist ein höchst eigenwilliges, aber sehr bewundertes und beliebtes Werk des Architekten Antonio Gaudi entstanden.
Die Idee zum Bau des Parks geht auf den Beginn des 19. Jahrhunderts zurück und den Auftrag des Grafen Eusebi Güell. Der wollte auf spanischem Boden, eine Gartenstadt nach englischem Vorbild errichten lassen. Die Wohnsiedlung sollte in eine idyllische Umgebung eingebunden werden. Aus finanziellen Gründen platzte das Projekt, wurde aufgegeben und zu einem öffentlich zugänglichen Park bestimmt.
Auf 15 Hektar bringt Gaudí Natur und Stein auf besondere Weise zum verschmelzen. Alle Details fügen sich harmonisch in die Landschaft ein. Gespickt mit 86 prächtigen Säulen, bizarren Figuren und anderen Eigenarten, sind es oft merkwürdige Formen und gewagte Farbkombinationen, die sich mit der Flora des Parks mischen und eine eigene Welt entstehen lassen. Der Park erscheint wie aus einem Märchen stammend, - unwirklich, zauberhaft und vor allem einzigartig. Der Park wurde 1984 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

UNESCO-Weltkulturerbestädte
Unter den Ländern mit den meisten UNESCO-Weltkulturerbestädten nimmt Spanien den zweiten Platz ein. Die Gruppe der kulturhistorisch bedeutsamen Städte besteht aus 13 Zentren.

Als Bewerber zur Welterbestadt gibt es verschiedene Bedingungen zu erfüllen. Mindestens eines von insgesamt 10 Bewertungskriterien muss einer Prüfung standhalten. Auswahlkriterien sind z. B. die Vorweisung außergewöhnlicher künstlerischer Schöpfungen, die Ausübung eines eigenen gewichtigen Einflusses während einer bestimmten geschichtlicher Epoche oder die Darstellung mindestens eines außerordentlichen Zeugnisses einer bestehendenden oder untergegangenen Kultur.
Alle ausgewiesenen spanischen Stätten haben die Naturräume ihrer Umgebung im ursprünglichem Zustand erhalten und außer einem beindruckenden Reichtum an Meisterwerken und Kostbarkeiten der Baukunst, auch die Vielfalt ihrer volkstümlichen Architektur und Lebensart bewahrt und gepflegt.

Zu den ausgewählten Städten des Weltkulturerbes zählen: Alcalá de Henares, Ávila, Cáceres, Córdoba, Cuenca, Ibiza, Mérida, Salamanca, San Cristóbal de la Laguna, Santiago de Compostela, Segovia, Tarragona und Toledo. Um der Geschichte Spaniens näher zu kommen, bietet sich eine Besichtungstour quer durchs Land, entlang der Weltkulturstädte, an.

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