Tschechien - Auf einen BlickDie Tschechische Republik ist mit einer Fläche von knapp 79.000 km² etwa ein Viertel so groß wie Deutschland und hat mit etwa 10,4 Millionen Einwohnern eine sehr viel geringere Bevölkerungsdichte. Erst seit 1993 existiert die Tschechische Republik in ihrer heutigen Form als Nachfolgestaat der Tschechoslowakei. Sie befindet sich auf den historischen Gebieten von Böhmen, Mähren und einem kleinen Teil Schlesiens. Die Staatsform ist eine demokratische Republik mit einem parlamentarischen Regierungssystem. Nach dem deutschen Auswärtigen Amt ist die Bezeichnung Tschechien nur für den nichtamtlichen Gebrauch zulässig. Zu offiziellen Anlässen soll immer die Tschechische Republik adressiert werden. Dagegen steht, dass selbst die tschechische Regierung Tschechien als legitime Kurzform verwendet. 2004 trat der junge Staat der Europäischen Union bei (EU) und übernimmt erstmalig im ersten Halbjahr 2009 die Ratspräsidentschaft der EU.
Die Einreise und der Aufenthalt in der Tschechischen Republik sind für deutsche Staatsbürger denkbar einfach und unbürokratisch. Ein Visum ist aufgrund der Mitgliedschaft Tschechiens in der EU nicht erforderlich. Bei einem Aufenthalt bis zu drei Monaten reicht der Personalausweis. Für einen längeren Aufenthalt ist ein gültiger Reisepass notwendig. Darüber hinaus muss in jedem Fall über die gesamt Dauer des Besuchs eine gültige Auslandsreise-Krankenversicherung oder ein gleichwertiger EU-weiter Versicherungsschutz nachgewiesen werden.
Für Tschechien ergeben sich natürliche Grenzen durch die Randgebirge, an denen die Staatsgrenzen angelegt sind. Es lässt sich in drei große Regionen aufteilen: Böhmen, Mähren und Tschechisch-Schlesien, dabei sind etwa 30 % der Gesamtfläche bewaldet. Zur effektiveren Verwaltung wurde das Land in 13 Bezirke und die Hauptstadt Prag (Praha) unterteilt. Prag ist zugleich die größte tschechische Stadt mit ca. 1,18 Millionen Einwohnern. Die nächstgrößeren Städte sind Brünn (Brno) mit ca. 380.000, Pilsen (Plzeň) mit ca. 162.000, Olmütz (Olomouc) mit ca. 104.000 oder Budweis (České Budějovice) mit ca. 100.000 Einwohnern. Etwa 75 % der Einwohner leben in Städten und die restlichen 25 % auf dem Land. Im Nordwesten/ Westen grenzt Tschechien an Deutschland sowie im Westen/ Südwesten an Österreich und lässt sich somit von beiden Ländern mit den verschiedensten Transportmitteln bequem erreichen.
Etwa 4 % der Tschechischen Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig. Auf den sehr fruchtbaren Böden wird unter anderem Hopfen angebaut, aus dem dann das berühmte tschechische Bier gebraut wird. Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Faktor. Wirtschaftlich gehört Tschechien traditionell zu den am weitesten entwickelten Ländern Europas. Allerdings wurde diese Entwicklung durch die Zentralverwaltungswirtschaft in der Zeit des Kalten Krieges stark gebremst. Seit 1989 und der damit einhergehenden Privatisierung erholt sie sich jedoch schnell. Der Schwerpunkt der tschechischen Industrie liegt in der Herstellung technologieintensiver Produkte. Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,3 % (Stand: November 2008), wobei es starke regionale Schwankungen gibt. Neu hinzugekommen als wirtschaftlicher Faktor ist der Tourismus, hierbei werden vor allem Prag und die Heilbadeorte stärker frequentiert.
Die klimatischen Verhältnisse sind denen Deutschlands sehr ähnlich. Man sollte die Kleidung also je nach Jahreszeit packen. Es ist jedoch immer sinnvoll auch Regenkleidung mit zu nehmen. Zwar ist die Amtssprache Tschechisch, aber auch Englisch und Deutsch werden häufig verstanden. Noch wird in der Tschechischen Republik mit „Tschechischen Kronen“ (CZK) bezahlt. 1 € entspricht 26 CZK (Stand: Januar 2009). Sofern die Stabilitätskriterien eingehalten werden, wird Tschechien voraussichtlich 2012 den Euro als Währung einführen. Bis dahin gilt es unbedingt daran zu denken, rechtzeitig Geld zu wechseln.
Viele der Feiertage Tschechiens sind mit denen Deutschlands identisch: Neujahr (1. Januar), Ostern, Tag der Arbeit (1. Mai) bis hin zu Weihnachten (24.-26. Dezember). Darüber hinaus feiert man in Tschechien den „Tag der Befreiung“ (8. Mai), die Ankunft der Slawenapostel Kyrill und Method (5. Juli), den Gedenktag für Magister Johannes Hus (6. Juli), und den „Gründungstag“ (28. Oktober). Religiös ist das Land ganz klar christlich geprägt, wobei heute dort etwa doppelt so viele konfessionslose Menschen (ca. 59 %) wie katholische Gläubige (27 %) leben. Die größten religiösen Minderheiten bilden die Protestanten (2,5 %), die Hussiten (1,7 %), sowie Orthodoxe und Juden, über die allerdings keine Zahlen vorliegen.
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