Türkei - TippsGesundheitstourismus – ein Überblick
Die Türkei hat sich als beliebtes Reiseland etabliert. Mitentscheidend für diese Entwicklung waren die vorwiegend auf den Massenbadetourismus ausgerichteten, vielen Angebote zu günstigen Preisen. Die Touristenziele konzentrieren sich insbesondere rund um die West-Türkei wie die Marmara-Region, das Ägäis-Gebiet und die Mittelmeerküste um Antalya. Zukünftig werden aber auch mehr touristische Projekte in den inner-anatolischen und östlichen Landesteilen umgesetzt.
Als eine Art ruhender Gegenpol zum Badetourismus hat sich zunehmend eine andere Richtung des Reisens in den Vordergrund gedrängt – der Gesundheits- und Wellnesstourismus.
In diesem Segment wird Wachstumspotential gesehen, zumal Gegebenheiten und Infrastruktur, mit reinsten Quellen, traditioneller Badehauskultur und einer gelebten Philosophie des Wohlfühlens, vielfach schon vorhanden sind.
Es gehört zu einem wohltuenden und erholenden Türkei-Erlebnis, einmal ein türkisches Badehaus, einen sogenannten traditionellen Hamam, zu besuchen. Im Unterschied zur finnischen Trockensauna handelt es beim Hamam um ein Dampfbad, bekannt vor allem im arabischen Raum.
Historisch gesehen sind die Ursprünge des türkischen Bades „Hamam“ im Mittelalter zu suchen. Unter Vorgabe strenger religionsbedingter Reinigungsvorschriften entwickelte sich die Kultur des türkischen Badehauses. Diese wird heute noch landesweit gepflegt und gewahrt. Es gibt noch viele gut erhaltene, historische Hamams in der Türkei. Allein in Istanbul soll es über 100 davon geben.
Neben der Hamam-Kultur ist das Gebiet der heutigen Türkei insbesondere für seine zahllosen kleineren und größeren Thermalquellen bekannt. Es gibt ca. 1000 solcher „Oasen des Wohlgefühls“.
Über die therapeutischen Eigenschaften der mineralreichen Quellen wussten die Menschen bereits im Altertum Bescheid. Ob schwefelhaltige Thermalwasser, heilende Schlammbäder oder traditionelle Quellen, die breite Palette an gesundheitsorientierten Zentren bietet neben Erholung genügend Auswahl, um Behandlungen ganz unterschiedlicher Art durchzuführen.
Die Thermalauswahl in der Türkei verteilt sich quer über die 81 Provinzen. Bei einem Streifzug durch das Land findet man die meisten im Westen der Türkei:
In der Marmararegion befinden sich Thermalbäder in Çekirge und Oylat, in der ehemaligen osmanischen Hauptstadt Bursa, sowie bei Yalova und Gönen in der Provinz Balikesir. Weiter südlich an der Ägäischen Küste liegen Balcova und Çeşme bei Izmir, wie Kestanbol in Çanakkale, nahe dem historischen Troia.
Die Anlagen von Kütahya und Afyonkarahisar liegen etwas abseits im ägäischen Binnengebiet. Von dort weiter südwestlich aufbrechend liegt Pamukkale, das bekannteste türkische Thermalbäderzentrum mit seinen weißen Kalksinterterrassen.
Im äußersten Südwesten von Kleinasien liegt die Provinz Muğla. Hier befinden sich nahe dem natürlichen Lagunenkanal, der den Köycegiz-See mit dem Mittelmeer verbindet, die Quellen Sultaniye, Veliby und Riza Çavuş.
Auch zu empfehlen ist das mittelanatolische Thermalzentrum Kangal in der Provinz Sivas. Tausende kleiner Fische leben hier im salz- und schwefelhaltigen Wasser, die bei der Heilung dermatologischer Krankheiten „mithelfen“.
Um als kurative Einrichtung auftreten zu können, müssen sich die Themen einer vorherigen Prüfung und einer ständigen Kontrolle des Gesundheitsministeriums unterziehen.
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