Ungarn - GeschichteEine kurze Geschichte des Landes
Gegen Ende des 9. Jahrhunderts siedelte sich das Reitervolk der Magyaren im Karpatenbecken an. Als „Staatsgründer“ Ungarns gilt der Magyarenfürst Stephan, der sich im Jahre 1000 mit Unterstützung aus Rom zum ersten Ungarischen König krönen ließ. Erb- und Thronstreitigkeiten sowie Eroberungszüge mächtiger Nachbarn schwächten das Land jedoch rasch. Nach dem Tod des letzten Herrschers der Dynastie stieg Ungarn zunächst unter dem Zepter fremder Könige und schließlich Mitte des 15.Jhds. unter der „goldenen Herrschaft“ des Matthias Corvinus jedoch zu einer der führenden Mächte Europas auf: Matthias I. eroberte Mähren, Schlesien und die Lausitz und zwang Friedrich III., ihm Niederösterreich und die Steiermark abzutreten. Nach dem plötzlichen Tod des Königs im Jahr 1490 gelang es seinem Nachfolger nicht, die starke königliche Autorität aufrecht zu erhalten. 1525 unterlag das schwache ungarische Heer in der Schlacht von Mohács den türkischen Truppen und das Land zerfiel in drei Teile. Das zentrale Gebiet um die ehemalige königliche Hauptstadt Buda wurde dem Osmanischen Reich angegliedert, der Nordwesten fiel an die Habsburger und Siebenbürgen wurde zum selbständigen Fürstentum unter türkischer Oberhoheit. Erst eineinhalb Jahrhunderte später, im Jahr 1699, zog sich der türkische Herrscher nach dem Einmarsch österreichischer Truppen zurück und trat Ungarn an die Habsburger ab, zu deren Machtbereich das Land schließlich bis ins 20. Jahrhundert gehörte.
Zwar folgte auf die Märzrevolution 1848 die Unabhängigkeitserklärung Ungarns (1849), doch das Land wurde schnell wieder unter die absolutistische Herrschaft Österreichs gezwungen. 1867 kam es unter Kaiser Franz Josef schließlich zur Gründung der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn.
Nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg wurde im Zuge der Revolution die Republik ausgerufen; sie hatte jedoch nicht lange Bestand – Unruhen und heftige politische Wirren folgten. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen die Kommunisten die Regierung, die im Oktober 1956 den ungarischen Volksaufstand mit Hilfe sowjetischer Truppen blutig niederschlugen. Ab den 60er Jahren führte die ungarische Regierung Reformen durch, die dem Land einen relativen Wohlstand gegenüber seien Nachbarn verschaffte. Nach der Öffnung der Grenzen zu Österreich im September 1989 wurde am 23. Oktober 1990 die Republik Ungarn ausgerufen.
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