Magenbandimplantation - EinleitungJeder fünfte Deutsche leidet heutzutage unter Übergewicht, Tendenz steigend. Die von der WHO 1997 als Krankheit anerkannte, krankhafte Fettleibigkeit (Adipositas) geht für die Betroffenen oft mit einem erheblichen Gesundheitsrisiko einher. Zu nennen sind insbesondere das erhöhte Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, Atembeschwerden, Bluthochdruck, Venenleiden, massive Gelenk- und Bandscheibenschäden und/oder Zuckererkrankungen. Daneben leiden die Betroffenen oft unter einem schlechten Selbstwertgefühl und sehen sich vermehrt sozialer Ungerechtigkeit ausgesetzt, was oft zur gesellschaftlichen Isolation führt. Trotz des hohen Leidensdruckes verlieren langfristig etwa 90% der Betroffenen den Kampf gegen die Pfunde mit herkömmlichen Therapien wie Diäten. Nach einer anfänglichen Gewichtsreduktion kommt in vielen Fällen der sogenannte Jo-Jo-Effekt zum Tragen, wodurch das alte Gewicht schnell wieder erreicht oder gar überschritten wird.
Nach gründlicher Voruntersuchung und Prüfung der Ausschlusskriterien kann extrem übergewichtigen Patienten durch den operativen Einsatz eines Magenbandes geholfen werden. Dieses chirurgische Verfahren ist ein etabliertes Therapieverfahren, das in 70-80% der Fälle zum Erfolg führt. Essentiell für den Behandlungserfolg ist jedoch insbesondere die Mitarbeit des Patienten nach der Operation, das heißt die Anpassung der Essgewohnheiten und Lebensumstände an den „neuen“ Magen. 1,2
Nach der Durchführung einiger Untersuchungen im Vorfeld wird der Eingriff in Vollnarkose in Verbindung mit einem 4-7tägigen Klinikaufenthalt durchgeführt. Da es sich um ein minimal-invasives Vorgehen handelt, müssen nur wenige kleine Schnitte am Oberbauch gesetzt werden. Durch diese „Schlüssellöcher“ ist das Operieren mithilfe einer Kamera möglich. Durch das Anlegen des Magenbandes erfolgt die Unterteilung des Magens in ein kleines Kompartiment gleich unterhalb der Speiseröhre und den größeren Restmagen unterhalb des Magenbandes. Dadurch dass der obere Teil des Magens nun nur noch ein geringes Fassungsvermögen besitzt, tritt bei Nahrungsaufnahme schnell ein Sättigungsgefühl ein – der Patient wird dazu „erzogen“ weniger zu essen.
Nach der Operation wird stetig mit dem Kostaufbau begonnen. Eine Ernährungsfachkraft hilft Ihnen bei der Ausarbeitung eines individuellen Ernährungsplanes, der Ihnen Aufschluss darüber gibt, was genau und wie viel Sie essen können. Nur durch Einhalten des Diätplanes, regelmäßige Bewegung und Kontrollen beim Arzt führt die Therapie zum Erfolg. Dieser besteht in einer Gewichtsreduktion um bis zu 60% sowie in der Regel der stetigen Verbesserung der Begleiterkrankungen.
Dank des minimal-invasiven Vorgehens stellt die Magenbandimplantation ein verhältnismäßig schonendes Verfahren dar. Dennoch besteht das Risiko der Verletzung anderer Organe, von Blutungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen oder weiteren Komplikationen.
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