Bypass-Operation - AblaufNach Einleitung der Vollnarkose wird zunächst das Gefäß, das später als Bypass dient, entnommen. Neben Bypässen mit Arterien werden nach wie vor die meisten Bypässe mit Venen gelegt. Hierfür eignet sich besonders die Unterschenkelvene Vena saphena magna.
Die Entnahme der Vene (Saphenektomie) erfolgt in Rückenlage. Mittels eines durchgehenden Hautschnitt entlang des Beines wird die Vene freigelegt, die Seitenäste unterbunden und durchtrennt und die Vene in ihrer gesamte Länge entnommen. Um ein kosmetisch schöneres Ergebnis zu erzielen und die Wundheilungsstörungen zu verringern, können auch an Stelle eines durchgehenden, mehrere kleine Schnitte gesetzt und Hautbrücken dazwischen belassen werden. Die Entnahme von Arterien, die als Bypassgefäße dienen sollen, erfolgt auf ähnliche Weise. Eine noch schonendere Möglichkeit bietet die endoskopisch-videoassistierte Operationstechnik. Die Entnahme erfordert dabei lediglich einen 2-3 cm langen Querschnitt, durch den ein bis zu 65 cm langes Venenstück entnommen werden kann. Nach Entnahme des Gefäßes wird dieses auf Dichtigkeit überprüft und bis zur Verwendung in einer speziellen Lösung gelagert. Die Schnitte am Bein oder den anderen Körperstellen werden schichtweise vernäht. 2
Für den Einsatz des Bypasses wird beim Standardverfahren der Brustkorb eröffnet und so die Sicht auf das Herz ermöglicht. Weiterhin erfolgt bei der klassischen Bypass-Operation der Anschluss an die Herz-Lungen-Maschine, die die Funktion der Lunge und des Herzens vorübergehend ersetzt. Durch die zusätzliche Stilllegung des Herzens mittels einer speziellen Lösung (Kardioplegie) wird für den Chirurg ein ruhiges und vor allem bluttrockenes Operationsfeld mit optimalen Bedingungen für die Naht geschaffen. 6,7
Das oder die vorher entnommenen Bypassgefäß(e) werden nun an die betroffenen Herzkranzgefäße angenäht und danach der Anschluss an die Aorta geschaffen. Das Blut fließt dann von der Hauptschlagader in den Bypass und von dort in das Herzkranzgefäß. Werden Arterien der Brustwand verwendet, so werden diese an ihrem Abgang aus der Schlüsselbeinarterie belassen, auf der anderen Seite durchtrennt und auf das verengte oder verschlossene Koronargefäß umgeleitet. 4,6
Bei der OPCAB-Methode wird der Brustkorb ebenfalls in der Mitte längs eröffnet, der Anschluss des Bypasses erfolgt jedoch am schlagenden Herzen, also ohne Anschluss an eine Herz-Lungen-Maschine. Um das Herz ruhig zu stellen, wird dieses mittels spezieller Stabilisatoren fixiert.
Die minimal-invasive MIDCAB-Methode wird in ähnlicher Weise durchgeführt, jedoch erfolgt der Zugang über einen kleineren, an der linken Seite zwischen den Rippen verlaufenden Schnitt. 4,8
Ob die Bypass-Operation mit oder ohne Herz-Lungen-Maschine durchgeführt werden kann, hängt unter anderem von Größe und Beschaffenheit der Koronarien und deren Lokalisation ab. Oft kann dies erst während der Operation entschieden werden. Grundsätzlich sollte immer eine vollständige Bypassversorgung aller Herzabschnitte (vollständige Revaskularisation) angestrebt werden, wobei die Sicherheit des Patienten stets im Vordergrund stehen muss. 7
Wenn der Bypass gelegt wurde, wird die Funktion des Herzens überprüft, der Brustkorb geschlossen und die Schnitte vernäht.
Bitte sprechen Sie über den Behandlungsablauf auch im Detail mit Ihrem behandelnden Arzt.
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