Bypass-Operation - EinleitungEtwa 1 Million Menschen leiden in Deutschland an einer koronaren Herzkrankheit (KHK). Der Hauptgrund hierfür ist eine Verengung der Herzkranzgefäße, der so genannten Koronarien. Diese Durchblutungsstörungen können verschiedene Ursachen haben – Rauchen und Übergewicht sind häufige Risikofaktoren, aber auch eine genetische Veranlagung ist möglich. Damit es nicht zu einem lebensbedrohlichen Verschluss der Gefäße und damit zum Herzinfarkt kommt, ist eine erfolgreich durchgeführte Bypass-Operation oft die einzige Möglichkeit, die Beschwerden zu lindern sowie Lebensqualität und -erwartung der Betroffenen langfristig zu verbessern.
Wie erkennt man eine solche durch Arterienverkalkung (Arteriosklerose) hervorgerufene Verengung eines oder mehrerer Herzkranzgefäße? Deutliche Alarmsignale bei der koronaren Herzkrankheit sind Atemnot und ein Engegefühl in der Brust. Die Leistungsfähigkeit der Betroffenen ist durch die Unterversorgung des Herzmuskels mit Blut und Sauerstoff unter Umständen dramatisch eingeschränkt, beim plötzlichen Verschluss der Koronarien droht ein Herzinfarkt. In manchen Fällen bleibt er unbemerkt und verursacht in Folge weitere unklare Beschwerden, oft verläuft dies aber tödlich. Neben einer medikamentösen Behandlung und der in manchen Fällen möglichen Aufdehnung des verengten Gefäßes während einer Herzkatheteruntersuchung ist eine Bypass-Operation eine gute Möglichkeit, das Risiko eines Herzinfarktes zu reduzieren. Bei professioneller Durchführung des Eingriffs sind die Chancen, ein vollkommen normales Alltagsleben ohne Beeinträchtigen führen zu können, sehr groß.
Der Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt. Zunächst muss das Gefäß, das später als Bypass dienen soll, an anderer Stelle des Körpers entnommen werden. Häufig werden hierfür die Venen der Unterschenkel verwendet. Im Anschluss wird der Chirurg bei geöffnetem Brustkorb das einzelne oder mehrere Blutgefäße als Bypass (Umgehung) fest an den betroffenen Herzkranzgefäßen vernähen. Während dieser Zeit übernimmt in manchen Fällen eine Herz-Lungen-Maschine die Funktion des Herzens und der Lunge. Nachdem nun das Herz auf seine Funktion überprüft wurde, kann der Brustkorb wieder verschlossen werden.
Natürlich ist dies ein schwerwiegender Eingriff. Patienten nach einer Bypass-Operation müssen zumeist ein bis drei Tage auf der Intensivstation verbleiben, hier wird eine größtmögliche Kontrolle des Gesundheitszustandes gewährleistet. Im Anschluss ist ein stationärer Aufenthalt von ca. 10 – 14 Tagen notwendig. Oft wird den Patienten danach der Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik geraten.
Obwohl die Bypass-Operation mittlerweile zu den weltweit am häufigsten durchgeführten Operationen zählt und für viele Kliniken ein Routineeingriff ist, bringt sie wie jeder schwerwiegende Eingriff auch Risiken mit sich. Während oder nach der Operation können Herzmuskelinfarkte, Schlaganfälle, Infektionen oder andere Komplikationen eintreten. Viele dieser Risiken sind abhängig vom Alter und dem individuellen Gesundheitszustand der Patienten. Über Ihre persönliche Risikosituation wird Ihr behandelnder Arzt Sie eingehend informieren. Das Ziel der Bypass-Operation, nämlich die Patienten von Schmerzen und Engegefühl zu befreien und ihnen ein weitestgehend normales Leben zu ermöglichen, wird in den meisten Fällen erreicht. Die Dauer der Durchlässigkeit eines Bypasses ist unterschiedlich. Venenbypässe zum Beispiel sind bei 50 Prozent der Patienten nach 10 Jahren noch durchlässig. Mit einem möglichst risikoarmen Lebensstil, der Ihrer speziellen Situation angepasst ist, können Sie selbst viel für Ihre Gesundheit tun. 1
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