Herzkatheteruntersuchung

Überblick

Herzkatheteruntersuchung - Einleitung

 

Im Verlauf eines Lebens pumpt das Herz über 300 Millionen Liter Blut durch den Körper und gewährleistet so die lebenswichtige Versorgung der Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die enorme Pumpleistung des Herzens kann jedoch nur aufrechterhalten werden, wenn auch das Herz seinerseits mit sauerstoffreichem Blut versorgt wird. Dieses sauerstoffreiche Blut wird dem Herzen über die Herzkranzgefäße zugeführt. Bei Verengungen dieser Gefäße ist die Blutzufuhr behindert – es kommt zur Unterversorgung, die mit Brustschmerzen und Beklemmungszuständen bei Belastung und später auch in Ruhe einhergeht.

Bei einer Herzkatheteruntersuchung können Verengungen der Herzkranzgefäße aufgedeckt und lokalisiert werden. In einem zweiten Schritt wird bei einer sogenannten Ballondilatation das betroffene Gefäß aufgedehnt, so dass das Blut wieder ungehindert zirkulieren kann.
Im Vorfeld der Behandlung müssen einige Untersuchungen vorgenommen werden, wie beispielsweise ein EKG, eine Röntgenuntersuchung und die Bestimmung Ihrer Blutwerte. Die Herzkatheteruntersuchung wird in örtlicher Betäubung der Zugangsstelle, eine fingerdicke Beinarterie in der Leistengegend oder eine Arterie in der Armbeuge, durchgeführt. Der Katheter, ein feines Kunststoffröhrchen, wird mithilfe einer Nadel und eines Führungsröhrchens in diese Arterie eingeführt und unter Röntgenkontrolle bis zum Herzen vorgeschoben. Durch die Gabe von Kontrastmittel werden die Herzkranzgefäße mitsamt den Verengungen am Monitor sichtbar. Der Ballon wird, an einem anderen Katheter befestigt, bis zur Engstelle vorgeschoben und aufgeblasen, das Gefäß so aufgedehnt. An dieser Stelle kann bei Bedarf auch ein sogenannter Stent (zylinderförmige Gefäßstütze aus Metall oder Kunststoff) eingesetzt werden, der im Gegensatz zum Ballon in der Arterienwand verbleibt und diese in der Regel nachhaltig offen hält. Da es in den Gefäßen keine Schmerzfasern gibt, ist die Behandlung für Sie völlig schmerzfrei. Beim Aufblasen des Ballons können lediglich kurze Engegefühle in der Brust auftreten.

Der im Anschluss an die Behandlung angelegt Druckverband kann nach 6-24 Stunden entfernt, die Bettruhe dann ebenfalls aufgehoben werden. Nach einer Ballonaufdehnung oder Stent-Implantation können Sie die Klinik nach 1-2 Tagen verlassen. Sport kann nach etwa 1 Woche wieder betrieben werden.

Durch die Ballondilatation und gegebenenfalls die Stent-Implantation sollten die Schmerzen und Beklemmungsgefühle verschwinden, da das Herz wieder ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Drohende Herzinfarkte können dank der Behandlung abgewandt werden. Eine Wiederverengung des gleichen oder anderer Gefäße ist dennoch möglich und kann gegebenenfalls einen weiteren Eingriff nach sich ziehen. 1-11

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