Herzschrittmacher

Überblick

Herzschrittmacher - Einleitung

 

In jeder Minute unseres Lebens vollbringt das Herz Höchstleistungen, um den gesamten Körper mit frischem, sauerstoffreichem Blut zu versorgen. Als wichtigstes Organ im menschlichen Blutkreislaufsystem transportiert es den roten „Lebenssaft“ mit durchschnittlich ca. 50 – 80 Schlägen pro Minute über ein weit verzweigtes System von Blutgefäßen bis in die letzten Winkel unseres Körpers und wieder zurück. Diese Leistung beruht auf einem komplexen System der Reizübertragung. Ist diese Reizweiterleitung gestört, kommt es zu Unregelmäßigkeiten – das Herz schlägt nicht mehr im Takt oder zu langsam (Bradykardie), was zu einer unzureichenden Blutversorgung wichtiger Organe wie beispielsweise des Gehirns führen kann. Wenn in einem solchen Fall durch medikamentöse Behandlung keine Verbesserung erreicht werden kann, hilft die Implantation eines Herzschrittmachers dabei, die Reizweiterleitung zu korrigieren und das Herz wieder regelmäßig schlagen zu lassen.

Bei Herzrhythmusstörungen sind es zunächst ein allgemeines Nachlassen der Leistungsfähigkeit und Atemnot, die die Betroffenen auf ihr gesundheitliches Risiko hinweisen. Um diese Unregelmäßigkeiten zu korrigieren, sendet ein Herzschrittmacher Impulse an das Herz und lässt es dadurch wieder regelmäßig schlagen. Das Gerät besteht normalerweise aus zwei Bestandteilen, die gewährleisten, dass der Herzschrittmacher sich in seiner Leistung an den individuellen Bedürfnissen seines Trägers orientiert.

So kommen verschiedene Modelle zum Einsatz, um die jeweilige Art der Herzrhythmusstörung zu korrigieren: Einkammer- und Zweikammerherzschrittmacher, deren Implantation zumeist unter örtlicher Betäubung erfolgt. Der Eingriff ist nicht sehr schwerwiegend. Durch einen kleinen Schnitt in der Haut wird der Herzschrittmacher in eine Vene eingeführt und unter Röntgenkontrolle von dort an die gewünschte Stelle im Herzen geschoben. Diese Operation dauert etwa eine Stunde. Mit einem kurzen stationären Aufenthalt muss aber dennoch gerechnet werden. In dieser Zeit wird die Funktionalität des Impulsgebers geprüft und eine optimale Nachsorge gewährleistet. Nach etwa einer Woche können Sie im Normalfall wieder duschen. Auch wird Sie ihr behandelnder Arzt darüber informieren, auf welche Besonderheiten im Umgang mit elektrischen Geräten Sie in Zukunft achten müssen.

Natürlich ist es wichtig, die Funktion Ihres Herzschrittmachers regelmäßig kontrollieren zu lassen. Eine erste Kontrolle findet am Tag nach der Operation statt, danach muss der Herzschrittmacher etwa alle sechs Monate kontrolliert werden – auch, um ein Nachlassen der Batteriekapazitäten rechtzeitig zu erkennen. Normalerweise können Sie nach einer gewissen Wartezeit und gut abgeschlossener Wundheilung wieder regelmäßig Sport treiben. Boxen allerdings oder andere Sportarten, bei denen es zu Schlägen auf dem Brustkorb kommen kann, sollten Sie vermeiden. Bei professioneller OP-Durchführung und guter Nachsorge sollten Ihre Beschwerden bald völlig verschwunden sein und Sie Ihre alte Leistungsfähigkeit vollständig zurück erhalten haben. Ihr Herz schlägt nun mit Hilfe des Herzschrittmachers wieder im normalen Rhythmus. Risiken treten bei diesem Eingriff nur selten auf. Ein Batteriewechsel ist in der Regel nach 8 – 10 Jahren notwendig und erfordert lediglich einen kleinen operativen Eingriff. 1

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