Kinderwunschbehandlung

Überblick

Kinderwunschbehandlung - Methoden

 

Für ungewollte Kinderlosigkeit gibt es viele mögliche Ursachen und somit auch viele verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Die Ursachen für die Störung der Fortpflanzung können bei der Frau, beim Mann oder bei beiden Partnern gleichermaßen liegen.
Neben etwaigen konservativen oder operativen Maßnahmen ist die psychologische Betreuung der kinderlosen Paare während der Behandlung und oft auch noch danach äußerst wichtig. Schädliche Stressfaktoren können so erkannt und abgebaut und eine erfolgreiche Behandlung unter Umständen schneller herbeigeführt werden.
Die Zyklusoptimierung mittels Tabletten oder Spritzen stellt eine relative schonende Behandlung dar, durch die geringfügige Störungen im Eireifungsprozess behoben und so die Fruchtbarkeit der Frau erreicht werden kann. Wenn damit kein befriedigendes Ergebnis erzielt wurde, so kann auf die Stimulationstherapie („Spritzentherapie“) zurückgegriffen werden. Bei dieser aufwändigeren Methode werden mehrere Tage lang Hormone unter die Haut oder in den Muskel injiziert.
Eine sogenannte Inseminationstherapie wird dann angewandt, wenn mit den bisher genannten Methoden keine Schwangerschaft erzielt werden konnte oder wenn das Spermiogramm des Mannes leichte bis mäßige Einschränkungen der Spermienfunktionalität aufweist. Im Rahmen dieser Behandlung werden dem Mann Spermien entnommen, diese behandelt und konzentriert und schließlich der Frau zur empfängnisfähigen Zeit mittels eines dünnen Katheters durch den Muttermund direkt in die Gebärmutterhöhle gespült. Die Behandlung wird in der Regel in Kombination mit einer hormonellen Stimulation durchgeführt.
Bei der Endometriosebehandlung werden sogenannte Endometriosen, also gebärmutterschleimhaut-ähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle, welches die Fruchtbarkeit beeinträchtigt, chirurgisch entfernt. Ergänzt werden sollte die Therapie außerdem durch eine medikamentöse Behandlung mittels Spritzen oder Tabletten.
Die In-Vitro-Fertilisation (IVF) findet Anwendung bei Eileiterverschlüssen, erheblichen Störungen der Eileiterfunktion, Endometriosen, stark funktionseingeschränkten Samenzellen oder ungeklärter Sterilität. Die Behandlung beginnt mit der Gabe verschiedener Hormone zur Harmonisierung des hormonellen Milieus und Medikamenten zur Verhinderung des vorzeitigen Eisprungs. 32-36 Stunden später werden die Eizellen entnommen, mit gut beweglichen Samenzellen zusammengebracht und im Brutschrank kultiviert. Wenn sich ein oder mehrere Embryonen gebildet haben, erfolgt nach 2-4 Tagen die Übertragung eines oder mehrerer Embryonen in die Gebärmutterhöhle und die Unterstützung der Einnistung durch Gabe weiterer Hormone.
Bei erfolgloser IVF oder wenn die Samenzellen nicht in der Lage sind, in die Eizelle einzudringen, kann eine Intra-Cytoplasmatische Sperma-Injektion (ICSI), auch Mikroinjektion genannt, durchgeführt werden. Der Ablauf der Behandlung entspricht der IVF, zusätzlich erfolgt bei einer ICSI jedoch eine spezielle Präparation der Eizellen und Spermien.
Bei einem Verschluss der Samenleiter des Mannes kann ein Urologe in einem ambulant durchgeführten operativen Eingriff Spermien aus den Nebenhodenkanälchen (MESA) entnehmen. Alternativ kann auf die Entnahme von Hodengewebeproben zurückgegriffen werden, aus denen anschließend Spermien isoliert werden können (Testikuläre Spermien-Extraktion (TESE)).
Durch die Gefrierkonservierung von Keimzellen werden der Frau unnötige, belastende Eingriffe erspart. Hierbei können bei einem einzigen Stimulations- und Punktionszyklus mehrere Übertragungsversuche mit den vorher konservierten Keimzellen in die Gebärmutterhöhle unternommen werden.
Die besten Ergebnisse werden meist mit einer Kombination verschiedener Therapieansätze erreicht. 2
Über die genannten sowie über weitere Behandlungsmethoden wird Ihr Reproduktionsmediziner Sie gerne im Detail aufklären.

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