Kinderwunschbehandlung - RisikenInsbesondere die Verfahren, die mit einer hormonellen Stimulation verbunden sind, bergen die Gefahr von Mehrlingsschwangerschaften sowie das Risiko der Ausbildung von Eierstockzysten durch Eierstocküberreaktionen. Bei Vorhandensein von zu vielen reifen Follikelbläschen können diese mit den darin befindlichen Eizellen abgesaugt werden, in Ausnahmefällen ist der Abbruch eines Zyklus noch vor dem Eisprung unumgänglich.
Bei Eintritt einer Schwangerschaft nach einer der beschriebenen Behandlungsmethoden sind alle möglichen Komplikationen einer „normalen“ Schwangerschaft denkbar. Dies können beispielsweise Fehlgeburten oder Eileiterschwangerschaften sein. Das Risiko für derartige Komplikationen variiert von Frau zu Frau.
Das Risiko des Auftretens einer Fehlbildung kann nicht ausgeschlossen werden. Aktuellen Diskussionen zufolge ist das Risiko einer Fehlbildung eines durch IVF oder ICSI gezeugten Kindes geringfügig höher, als das von einem auf normalem Weg gezeugten Kind. Dieses erhöhte Risiko bewegt sich jedoch im Promillebereich und ist vermutlich nicht den Methoden zuzuschreiben, sondern den genetischen und persönlichen Voraussetzungen der Eltern mit Fruchtbarkeitsstörungen.
Risikofaktoren für Komplikationen sind unter anderem erhöhtes Alter, Übergewicht oder Diabetes mellitus bei der Frau, „Verwandten-Ehen“, genetische Störungen bei einem der Partner oder in der Verwandtschaft, vorausgegangene Geburten von Kindern mit angeborenen Störungen bzw. Vorkommnisse in der Verwandtschaft, der Gesundheitszustand nach Strahlen- oder Chemotherapie oder schlechte Ernährung oder Rauchen während der Schwangerschaft.
Wie jede normale Operation bergen auch die genannten operativen Eingriffe die allgemeinen Operationsrisiken. Die Follikelpunktion kann in sehr seltenen Fällen zu Scheidenblutungen, Darmverletzungen oder einer Infektion des Bauchraumes führen. 2
Über diese und weitere mögliche Risiken wird Ihr behandelnder Arzt Sie gerne im Detail aufklären.
Bitte vergessen Sie nicht, sich auch gezielt zu den ethischen Grundsätzen und der rechtlichen Situation rund um das Thema Reproduktionsmedizin zu informieren.
Quellen:
1,2 Bundesverband Reproduktionsmedizinscher Zentren Deutschlands e.V.
3,4,5,6 Frauenklinik des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität München
7 Universitätsklinikum Frankfurt
8 ARD Themenwoche „Wenn der Weg zum Wunschkind weit ist“
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