Heller Hautkrebs - EinleitungDie Haut macht etwa 16% des menschlichen Körpergewichts aus, womit sie das schwerste und auch größte Organ des Menschen ist. Sie übernimmt beim Menschen die wichtige Funktion, die Körpertemperatur innerhalb bestimmter Grenzen konstant zu halten und den Körper vor Hitze, UV-Strahlen, Verletzungen und Infektionen zu schützen. Daneben stellt sie einen Wasser- und Fettspeicher dar und fungiert über zahlreiche Nervenfasern auch als Kontakt- uns Sinnesorgan. Für die Erfüllung dieser Aufgaben besitzt die Haut einen charakteristischen Aufbau, der aus mehreren Schichten besteht. Dadurch bietet sie dem Körper Schutz, ist aber gleichzeitig auch durchlässig. Zuoberst kommt die sehr dünne Oberhaut oder Epidermis zu liegen, die aus Plattenepithelzellen besteht. Sie kann in weitere Schichten unterteilt werden, die unterste ist die Basalzellschicht. Die Funktion der Basalzellen ist die Aufnahme von Nährstoffen und die Entsorgung von Stoffen, die der Körper nicht mehr braucht. In der Oberhaut liegen außerdem die pigmentbildenden Zellen (Melanozyten) und einige Immunzellen. Unter der Oberhaut befindet sich die Lederhaut (Dermis oder Corium), die von Blut- und Lymphgefäßen und Nerven durchzogen wird. Diese Schicht aus Bindegewebe verleiht der Haut Elastizität und gleichzeitig Stabilität. Das Unterhautfettgewebe (Subcutis) aus Fett und Bindegewebe schließlich speichert Energie und schützt vor Kälte. 1
Der Begriff Hautkrebs ist als eine Zusammenfassung verschiedener Krebserkrankungen der Haut definiert, die in vielfältiger Weise in Erscheinung treten können. Es werden zwei große Gruppen unterschieden: der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom) und der helle Hautkrebs, der wiederum das Basalzellkarzinom (Basaliom) und das Plattenepithelkarzinom (Spinaliom oder Stachelzellkarzinom) umfasst. Heller Hautkrebs tritt sehr viel häufiger als der gefährlichere schwarze Hautkrebs auf. Die Weltgesundheitsorganisation registriert jedes Jahr zwischen zwei und drei Millionen neuer Fälle von hellem Hautkrebs; das Basalzellkarzinom stellt dabei die häufigste Art dar. Die Zahl der Hautkrebserkrankungen steigt seit einigen Jahren kontinuierlich an, das durchschnittliche Erkrankungsalter hingegen sinkt. 2
Die Hauptursache für das Entstehen von hellem Hautkrebs ist langjährige Sonnenbestrahlung. Basaliome und Spinaliome treten vor allem an sehr lichtexponierten Stellen des Körpers wie der Kopfhaut, dem Gesicht, den Ohren, dem Hals, dem Rücken oder den Schultern auf. Spinaliome entstehen oft auch an den Lippen oder teilweise in den Schleimhäuten. In Ausnahmefällen können daneben der Kontakt mit bestimmten Chemikalien wie zum Beispiel Arsen, Narben, Komplikationen nach Verbrennungen, chronische Entzündungen oder sogar Tätowierungen zur Krebsentstehung beitragen. Das höchste Risiko besteht für Menschen mit blondem oder rotem Haar, blauen, grauen oder grünen Augen und heller Haut. Daneben gehören Personen, die beruflich oder privat einen Großteil ihrer Zeit im Freien verbringen, zu den Risikogruppen. 3,4
Bei der Behandlung von hellem Hautkrebs trägt die Früherkennung des Tumors enorm zur Steigerung der Heilungschancen bei. Diese sind bei Tumoren in noch frühen Stadien in der Regel sehr gut. Basaliome bilden praktisch nie und Spinaliome nur sehr selten Absiedelungen (Metastasen), weshalb ein tödlicher Verlauf der Krankheit nur in Ausnahmefällen vorkommt. Die Standardbehandlung für alle Arten von hellem Hautkrebs ist eine Operation. Dabei wird der Tumor inklusive einem schmalen Randsaum von umliegendem Hautgewebe mit einem Skalpell herausgeschnitten. Weitere Möglichkeiten sind, den Tumor abzuschaben (Kürettage) oder ihn mit Stickstoff zu vereisen. Eine mikroskopisch kontrollierte Operation stellt die schonendste Methode dar, bei der das Karzinom Schicht für Schicht abgetragen wird. Auch bei erfolgreich verlaufener Behandlung kann es prinzipiell zu Rückfällen (Rezidiven) an derselben oder anderen Stellen des Körpers kommen. Deshalb sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt ein wichtiger Bestandteil der Nachsorge. 1-19
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