Operation bei Bauchspeicheldrüsenkrebs | Pankreaskarzinom

Überblick

Bauchspeicheldrüsenkrebs - Einleitung

 

Die Bauchspeicheldrüse, auch Pankreas genannt, ist eine der größten Drüsen des menschlichen Körpers. Sie liegt quer im hinteren Teil der Bauchhöhle hinter dem Magen und zwischen Milz (Splen) und Zwölffingerdarm (Duodenum). Das Drüsenorgan ist etwa 15-20 cm lang und wiegt circa 70 g. Makroskopisch können drei Teile des Pankreas unterschieden werden. Ganz rechts, in der Biegung des Duodenums, liegt der Pankreaskopf. Auf den Kopf folgt, das Mittelstück (Körper) und schließlich, am weitesten links gelegen, der Schwanz, der sich bis zur Milz erstreckt. Die zwei wichtigsten Aufgaben der Bauchspeicheldrüse sind die Produktion von Verdauungssäften, die über den Pankreasgang (Ductus pancreaticus) in den Zwölffingerdarm abgegeben werden und der Zerkleinerung und Verdauung der Nahrung dienen, und die Bildung der Hormone Insulin und Glukagon. Diese sind für die lebenswichtige Regulation des Blutzuckerspiegels zuständig. Den zwei unterschiedlichen Funktionen entsprechen im Pankreas zwei verschiedene Arten von Drüsengewebe. Die Verdauungssäfte (Bauchspeichel) werden vom weitaus größeren sogenannten exokrinen Drüsengewebe gebildet und in den Pankreasgang abgegeben. Täglich werden etwa 1,5 Liter Bauchspeichel produziert, der die verschiedensten Enzyme zur Aufschließung und Verdauung der Nahrungsbestandteile beinhaltet. Die Hormone werden hingegen vom endokrinen Anteil des Pankreas, den Langerhans-Inseln, gebildet. Dies sind kleine Zellgruppen, die nur etwa 2 % der Bauchspeicheldrüse ausmachen. Insulin und Glukagon werden in den Zellen der Langerhans-Inseln synthetisiert und ans Blut abgegeben. 1

Karzinome der Bauchspeicheldrüse machen 2-3 % der bösartigen Krebsneubildungen beim Erwachsenen aus. In der Bundesrepublik Deutschland erkranken jährlich etwa 6.300 Männer und 6.600 Frauen an Bauchspeicheldrüsenkrebs; die Tendenz ist steigend. Am häufigsten erkranken Menschen im Alter zwischen 60 und 75 Jahren. Der Krebs wird häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, was eine operative Entfernung oft sehr erschwert. Ist das Geschwulst operativ nicht mehr zu entfernen, ist eine Heilung aus heutiger Sicht nur schwer möglich, da Bauchspeicheldrüsenkrebs eine besonders bösartige Krebsart ist. Die meisten Tumore (80 %) gehen vom Pankreaskopf aus. Außerdem handelt es sich bei 80-90 % der Tumore um drüsige Karzinome, die vom äußeren Erscheinungsbild dem Verlauf des pankreatischen Gangsystems ähneln (duktuales Adenokarzinom). Tumoren dieser Art gehen auf eine bösartige Umwandlung von Zellen, die die Ausführungsgänge des exokrinen Drüsenanteils auskleiden, zurück. 2,3 Neben der operativen Entfernung des kompletten Pankreas oder Teilen davon sowie umliegendem Gewebe, besteht prinzipiell die Möglichkeit einer Chemotherapie und einer Strahlentherapie.

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Pankreaskarzinomen sind nach heutigem Forschungsstand weitgehend ungeklärt. Eindeutig als Risikofaktor nachgewiesen werden konnte das Zigarettenrauchen. Schätzungen zufolge haben Raucher ein etwa 3,5fach erhöhtes Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken. Daneben scheinen auch Alkoholkonsum sowie fleisch- und fettreiche Ernährung mit einem erhöhten Krankheitsrisiko einherzugehen. Außerdem spielen als Risikofaktoren auch Vorerkrankungen, wie zum Beispiel ein operativ entferntes Magengeschwür oder eine genetisch bedingte Form der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung, eine Rolle als potentielle Risikofaktoren. Schließlich gibt es oft auch eine genetische Komponente beim Auftreten von Pankreaskarzinomen, da es Familien gibt, in denen die Krankheit gehäuft auftritt. 3,4

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