Operation bei Harnblasenkrebs | Blasenkrebs | Blasenkarzinom

Überblick

Blasenkrebs - Einleitung

 

Die Harnblase oder vesica urinaria ist Teil des menschlichen Harntraktes und dient als Zwischenspeicher für den Urin. Sie liegt gut geschützt im kleinen Becken, bei der Frau vor der Vagina, beim Mann vor dem Rektum. In der Nähe der Harnblase befinden sich Lymphbahnen und -knoten, Gefäße und Nerven. In der Harnblase kann man anatomisch das Harnblasendach, die Harnblasenseiten- und -hinterwand, den Harnblasenboden und den Harnblasenhals, der in den Harnleiter übergeht, unterscheiden. Aus dem Blut filtrierte Abfallstoffe und nicht benötigte Stoffwechselprodukte werden in Form von Harn aus dem Körper ausgeschieden. Dieser wird in den Nieren gesammelt und gelangt dann über die paarig angelegten Harnleiter (Ureteren) in die Harnblase. Wenn die Harnblase ein gewisses Füllungsvolumen erreicht hat, tritt Harndrang auf und die Blase muss geleert werden. Dazu werden die Schließmuskeln am Boden der Harnblase entspannt, so dass der Urin schließlich über die Harnröhre (Urethra) abfließen kann. Das maximale Fassungsvermögen der Harnblase beträgt, je nach Körpergröße und Geschlecht, etwa 900-1500 ml. Histologisch besteht die Blasenwand aus vier unterschiedlichen Schichten. Ganz innen liegt die Schleimhaut aus spezialisierten Epithelzellen, dem Urothel. Darunter folgen dann nach außen hin eine Bindegewebsschicht, eine Muskelschicht und eine weitere Bindegewebs- bzw. Fettschicht. Die Muskulatur kann sich während dem Wasserlassen zusammenziehen und die Blase so vollständig entleeren. 1

Harnblasenkarzinome stellen etwa 3 % aller bösartigen Karzinome dar. Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts erkranken in Deutschland jährlich knapp 30.000 Menschen an Harnblasenkrebs - Männer etwa drei Mal so häufig wie Frauen. Männer erkranken durchschnittlich im Alter von 71 Jahren, das durchschnittliche Erkrankungsalter bei Frauen liegt bei 74 Jahren. 2,3

Der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung eines Harnblasenkarzinoms ist Nikotinkonsum: laut aktuellen Studien ist er bei Männern für die Hälfte aller Erkrankungsfälle und bei Frauen für etwa jede dritte Erkrankung verantwortlich. Weitere Risikofaktoren sind chronische Harnblaseninfektionen, die durch wiederkehrende Harnwegsinfektionen oder Blasensteine ausgelöst werden können, chronischer Kontakt mit gewissen chemischen Substanzen (zum Beispiel die in der Gummi- und Anilinindustrie verwendeten Stoffe Beta-Naphthylamin oder Benzidin), die Einnahme bestimmter Medikamente (zum Beispiel Cyclophosphamid und Phenacetin) sowie die Bilharziose (in tropischen Gebieten auftretende Infektionskrankheit durch Würmerlarven). 4,5

Blasenkrebs kann anhand von verschiedenen diagnostischen Verfahren wie zum Beispiel einer Ultraschalluntersuchung oder einer Blasenspiegelung festgestellt werden. Die Methode der Wahl ist in den meisten Fällen eine Operation. Die Operationsmethode richtet sich dabei nach der Art und Ausbreitung des Tumors. Nicht-invasive, das heißt noch oberflächlich gelegene Tumoren (circa 75 % der Fälle), können in der Regel endoskopisch direkt durch die Harnröhre entfernt werden. Zur Senkung des Rezidivrisikos wird danach häufig noch eine lokale Chemo- oder Immuntherapie durchgeführt. Invasive Tumoren, die bereits in die Muskelschicht der Blase eingewachsen sind, erfordern eine Zystektomie, das heißt die vollständige Entfernung der Blase und von Nachbarorganen wie der Prostata oder der Gebärmutter. Aus Darmteilen wird anschließend eine neue „Blase“ geformt. Dies kann in einigen Fällen mit Kontinenzproblemen einhergehen. Die Prognose bei nicht-invasiven Blasenkarzinomen ist gut. Je weiter der Tumor jedoch in umliegende Strukturen einwächst, desto schlechter sind die Heilungsaussichten.

Kein Ergebnis

Es wurde kein Anbieter mit Ihren Suchkriterien gefunden.


Neue Forenthemen

(30 Wochen 2 Tage)
Hallo, ich bin mir nicht sicher ob der Fall meiner Mutter ihrem ähnlich ist. Meine Mutter hatte oktober 2010 eine Chemmo erhalten für ihr Magenkarzinom. Jetzt etwa 9 monate später... (mehr...)

Anzeige

http://www.flymedic.de/node/389 http://www.flymedic.de/node/389 http://www.flymedic.de/node/389