Brustkrebs - EinleitungDie weibliche Brust (Mamma) kann schematisch in vier Quadranten unterteilt werden und besteht aus Binde-, Fett- und Drüsengewebe. Der Muskel befindet sich hinter der eigentlichen Brust, direkt vor dem Brustkorb. Das Drüsengewebe umfasst neben den Drüsenläppchen auch die Milchgänge, die die in den Drüsenläppchen produzierte Muttermilch nach außen zu den Brustwarzen befördern. Dazwischen befinden sich Bindegewebsanteile und Fetteinlagerungen, deren Menge und Verteilung das Aussehen und die Größe der Brust bestimmen. Die Brust wird außerdem von Blut- und Lymphgefäßen durchzogen. In der Achsel und oberhalb des Schlüsselbeins sind Lymphknoten lokalisiert. Diese fungieren als kleine Filter, den körperfremde Substanzen, Bakterien und Keime sowie, im Falle eine Krebserkrankung, auch Tumorzellen passieren müssen. Bei entzündlichen Prozessen oder beim Befall durch Krebszellen können Lymphknoten anschwellen und verhärten, wodurch man sie mitunter auch ertasten kann.
Eine Krebserkrankung ist durch die unkontrollierte Teilung von Zellen eines Organs oder Gewebes gekennzeichnet. Die entarteten Zellen vermehren sich ungebremst, wachsen in umliegende Regionen ein oder dringen über die Blut- und Lymphbahnen in andere Organe ein – so bilden sich Tochtergeschwülste oder Metastasen. Krebs entsteht aufgrund von Veränderungen des Erbmaterials von Körperzellen. Diese können entweder vererbt sein (was jedoch in den wenigsten Fällen zutrifft) oder aber durch krebsbegünstigende äußere Einflüsse wie zum Beispiel Tabakrauch, bestimmte Schimmelpilze, Chemikalien oder die ultravioletten Strahlen der Sonne entstanden sein. Nach heutigem Kenntnisstand spielen bei Brustkrebs vor allem hormonelle Einflüsse eine Rolle bei der Entstehung der Krankheit.
Brustkrebs ist in Ländern der industrialisierten Welt bei Frauen die häufigste Krebserkrankung. In Europa ist die Häufigkeit der Erkrankung in den letzten 20 Jahren zwar gestiegen, die Sterblichkeitsrate sinkt jedoch stetig. Aufgrund der steigenden Instabilität des Erbmaterials mit zunehmendem Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken ab 40 zu. Auch Männer können an Brustkrebs erkranken, jedoch tritt dies sehr selten auf. 1,2,3
Für Brustkrebs gibt es verschiedene mögliche Behandlungsformen. Unter anderem sind dies die Strahlentherapie (Röntgenstrahlung), die Chemotherapie (Medikamente), die (Anti-)Hormontherapie (Medikamente zur Veränderung der Wirkung von Hormonen) und eine Operation. In den meisten Fällen ist die operative Entfernung des tumorösen Gewebes das Mittel der Wahl. Dabei wird stets versucht eine brusterhaltende Operation durchzuführen, was auch in mehr als zwei Dritteln der Fälle gelingt. Bei größeren Tumoren und Krebsherden, die bereits an mehreren Stellen der Brust auftreten, ist es jedoch notwendig, die Brust komplett abzunehmen (Mastektomie). Maßnahmen zum Wiederaufbau der Brust sind während oder nach der Behandlung selbstverständlich möglich. Ein wichtiger Bestandteil beider Operationen ist die Entnahme einiger Lymphknoten zur Überprüfung der Ausbreitung der Tumorzellen. Anhand der Ergebnisse der nachfolgenden Untersuchung durch einen Pathologen kann das Risiko eines Rückfalles grob eingeschätzt sowie der weitere Behandlungsablauf geplant werden. Dieser umfasst in den meisten Fällen den Einsatz einer anschließenden Strahlentherapie, gegebenenfalls in Kombination mit einer vorangehenden Chemo- oder Hormontherapie. Bei rechtzeitiger Erkennung und adäquater Behandlung ist eine Krebserkrankung heutzutage in den meisten Fällen heilbar.
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