Tumoroperation bei Dickdarm-, Mastdarmkrebs | Kolon-, Rektumkarzinom | Kolorektales Karzinom

Überblick

Darmkrebs - Ablauf

 

Das Ziel einer Operation ist es, den Tumor komplett zu entfernen. Dabei ist es immer notwendig, auch ein Stück gesundes Gewebe der Umgebung mit zu entnehmen, um sicher zu gehen, dass wirklich alle Krebszellen entfernt werden. Neben der Entfernung des Tumors wird die Operation auch zur Inspektion der Bauchhöhle und ihrer Organe genutzt. Zu diagnostischen Zwecken werden zumeist auch noch Lymphknoten im Bauchraum entnommen und später unter dem Mikroskop untersucht. So wird geprüft, ob eine Ausbreitung des Krebses in andere Körperregionen stattgefunden hat. Der Befund liefert wertvolle Hinweise für den weiteren Behandlungsablauf sowie die Nachsorge nach einer Operation. Die Operation wird in der Regel in Vollnarkose durchgeführt. 6

Kleinste Tumoren können zum Teil auch während einer Darmspiegelung entfernt werden. Bei kleinen Tumoren (Stadium I) reicht eine Operation im Regelfall für eine Heilung aus. Der befallene Darmabschnitt wird durch Schnitte im Bauchraum zusammen mit einem Randsaum von gesundem Gewebe sowie versorgenden Lymph- und Blutgefäßen entfernt. Zusätzlich werden einige Lymphknoten zur Ausbreitungsdiagnostik entnommen. Die beiden Darmenden werden abschließend miteinander vernäht (Herstellen einer Anastomose), so dass die ungehinderte Darmpassage wieder möglich ist.

Bei größeren Tumoren, die bereits die Darmwand durchbrochen haben (Stadium II und III) wird der Tumor ebenfalls mit großem Sicherheitsabstand samt der dazugehörigen Blutgefäße, Lymphbahnen und Lymphknoten entfernt. Wie groß das entfernte Darmstück ist, richtet sich neben der Größe und Ausdehnung des Tumors auch insbesondere nach der Blutversorgung: es wird in der Regel der von einem Blutgefäß versorgte Darmabschnitt als Ganzes entfernt, auch wenn dabei viel gesundes Darmgewebe verloren geht. Das gesunde Gewebe würde aufgrund mangelnder Durchblutung sonst absterben. Wenn es gelingt, das Krebsgewebe vollständig zu entfernen, ist eine Heilung auch in fortgeschrittenen Krebsstadien möglich. Für den Fall, dass Tumoren in unterschiedlichen Darmabschnitten vorliegen, wird in der Regel versucht, diese jeweils einzeln heraus zu operieren. 4,6

Bei größeren Eingriffen kann es manchmal notwendig sein, dem Gewebe Zeit zum Heilen zu geben. Durch einen künstlichen Darmausgang wird vermieden, dass die operierte Region in Kontakt mit Stuhl kommt, so dass sie besser ausheilen kann. Bei diesem vorübergehenden Zustand wird der Ausgang des Dickdarms in die Bauchregion verlagert. Der Patient trägt einen speziellen Beutel am Bauch, der den Stuhl auffängt. Bei einem vorübergehenden Stoma wird dieser nach 2-3 Monaten wieder zurückverlagert; die Stuhlausscheidung ist dann wieder ganz normal möglich. 3

Bei Rektumkarzinomen wird, wie bei Dickdarmtumoren auch, der betroffene Abschnitt samt zuführender Blutgefäße, Lymphbahnen und Lymphknoten entfernt. Da im Operationsgebiet viele Nerven, Blutgefäße und Lymphbahnen, die andere Organe versorgen, verlaufen, ist die Operation häufig schwieriger. Auch ist es aufgrund der Größe des Tumors nicht immer möglich, den Schließmuskel zu erhalten. In solch einem Fall muss ein dauerhaft verbleibender Anus praeter gelegt werden. Da die Kontinenz nach der operativen Entfernung von Rektumkarzinomen auch bei Erhalt des Schließmuskels oft nicht mehr gegeben ist, gibt es die Möglichkeit, die entfernten Rekumabschnitte durch einen Pouch oder eine Koloplastik zu ersetzen. Der Chirurg bildet dazu aus oberen Darmabschnitten eine Art Tasche, die vor dem Schließmuskel eingesetzt wird und die Stuhlpassage verzögert.

Wenn sich die Krebserkrankung bereits auf andere Organe im Bauch- oder Beckenraum ausgebreitet hat, kann unter Umständen auch eine ausgedehnte Operation durchgeführt werden, in deren Rahmen die betroffenen Organe (z.B. die Blase, bei der Frau auch die Gebärmutter und Eierstöcke) entfernt werden. Ob diese mit großen Einschränkungen der Lebensqualität verbundene Operation durchgeführt oder eher auf eine Chemotherapie zurückgegriffen wird, ist im Einzelfall individuell mit Ihrem Arzt zu klären. 4,5,6

Über den genauen Operationsablauf für Ihre Art von Tumor wird Ihr Arzt Sie auch im Detail informieren.

Anzeige

http://www.flymedic.de/node/389 http://www.flymedic.de/node/389 http://www.flymedic.de/node/389