Operation bei Gebärmutter(körper)krebs | Endometriumkarzinom | Korpuskarzinom

Überblick

Gebärmutterkrebs - Einleitung

 

Die Gebärmutter (Uterus) ist neben den Eierstöcken, den Eileitern und der Scheide Teil der inneren weiblichen Geschlechtsorgane. Sie befindet sich im kleinen Becken hinter der Harnblase und vor dem Enddarm. Der Uterus ist ein 7-9 cm großes, muskuläres Hohlorgan mit einer dicken Wand, in dem vor der Geburt die befruchtete Eizelle zu einem geburtsreifen Fetus heranwächst. Bei der Geburt fungiert die Gebärmutter durch die Kontraktion der Muskulatur als Austreibungsorgan.

Der Uterus kann in einen Gebärmutterkörper, den Corpus uteri, und einen Gebärmutterhals oder Cervix uteri unterteilt werden. Der Gebärmutterkörper ist der oben liegende, breitere Anteil der Gebärmutter, der die Gebärmutterhöhle (Cavum uteri) umschließt. In dieser entwickelt sich während der Zeit der Schwangerschaft das Kind. Der Körper der Gebärmutter besteht aus drei Schichten: einer innen liegenden Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), einer dicken Muskelschicht (Myometrium) und einer außen anliegenden Hülle aus Bindegewebe (Perimetrium). Die Gebärmutterschleimhaut unterliegt, unter dem Einfluss der weiblichen Geschlechtshormone, zyklischen Veränderungen. So wird bei einem normalen Zyklus jeden Monat die Einnistung einer befruchteten Eizelle vorbereitet, was sich morphologisch in einer Zunahme der Höhe der Schleimhaut äußert. Erfolgt keine Befruchtung und somit keine Einnistung der Eizelle, kommt es zu einer Abstoßung der obersten Schichten der Gebärmutterschleimhaut. Bei der Frau macht sich dies durch die regelmäßige Monatsblutung (Menstruation) bemerkbar. An der oberen Seite geht die Gebärmutter jeweils in einen Eileiter über, der die Verbindung zu den Eierstöcken herstellt. Dort erfolgt die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone (Östrogene und Gestagene) und ein Mal monatlich die Reifung einer befruchtungsfähigen Eizelle, die dann über den Eileiter zum Uterus wandert. 1

Karzinome des Gebärmutterkörpers gehen in fast allen Fällen von der Gebärmutterschleimhaut aus, weshalb man die Erkrankung auch als Endometriumkarzinom bezeichnet. In sehr seltenen Fällen kann ein Karzinom der Gebärmutter auch von der Muskulatur des Uterus ausgehen, man spricht dann von einem Uterussarkom. Da dies jedoch eher die Ausnahme ist, bezieht sich dieser Artikel nur auf die erstgenannte Krebsform des Uterus. Die Zahl der Gebärmutterkrebserkrankungen steigt seit etwa 20 Jahren stetig an. Mit einem Anteil von 5,5 % ist der Gebärmutterkörperkrebs in Deutschland die vierthäufigste Krebserkrankung bei Frauen und die häufigste bösartige Erkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane. Die Anzahl der jährlichen Neuerkrankungen wird auf knapp 12.000 geschätzt. In einem Großteil der Fälle sind Frauen nach den Wechseljahren betroffen, das mittlere Erkrankungsalter liegt bei etwa 67 Jahren. 2

Wenn Verdacht auf Gebärmutterkrebs besteht, werden zunächst verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Dazu zählen normalerweise die körperliche Untersuchung, ein Abstrich, eine Ultraschalluntersuchung und gegebenenfalls eine Gewebeentnahme. Welche Behandlungsmethode bei Gebärmutterkrebs angesetzt wird, hängt stark davon ab, wie weit fortgeschritten die Krankheit bereits ist. In einem frühen Stadium ist eine Operation die Methode der Wahl. Im häufigsten Fall wird dabei über einen Unterbauchschnitt die Bauchhöhle eröffnet und die komplette Gebärmutter, die Eierstöcke und die Eileiter entfernt. Prinzipiell ist auch ein minimal-invasiver Eingriff durch die Scheide möglich, jedoch nicht immer realisierbar. Eine Operation geht in der Regel mit sehr guten Chancen auf dauerhafte Heilung einher. Als weitere Behandlungsarten kommen eine Strahlentherapie (bei fortgeschrittenen Krebsstadien), eine Chemo- oder Hormontherapie in Frage.

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