Leukämie | Akute myeloische Leukämie (AML) | Akute lymphatische Leukämie (ALL)

Überblick

Leukämie - Nachbehandlung

 

Die meisten Nebenwirkungen treten zwar vor allem während der Chemotherapie auf, jedoch sollten Sie gewisse Vorsichtsmaßnahmen auch danach noch beachten. Da es eine Weile braucht, bis das Immunsystem sich wieder erholt, sollten Sie sich keinen potenziell schädlichen Erregern aussetzen. Wie bereits bei den Nebenwirkungen erwähnt, ist es ratsam anfangs den Umgang mit Personen, die an einer ansteckenden Krankheit leiden, sowie mit Tieren und Pflanzen zu vermeiden. Auch eine äußerst sorgfältige Körperhygiene, besonders im Bereich von Mund und Haut, ist wichtig. Bei einer Hochdosis-Therapie und ausgeprägter Immunschwäche kann nach der Therapie auch noch ein vorübergehender Aufenthalt in einem keimfreien Raum der Klinik notwendig sein. Die bei der Chemotherapie ausgefallenen Haare werden nach 3-6 Monaten wieder langsam nachwachsen.

Zur Vorbeugung einer Infektion durch die eigenen Darmbakterien, können Antibiotikatabletten verabreicht werden. Um die Neubildung der weißen Blutzellen, insbesondere der Granulozyten, zu unterstützen, können Ihnen Wachstumsfaktoren der Blutbildung, das heißt hormonähnliche körpereigene Substanzen, die im Knochenmark die Bildung und Ausreifung von weißen Blutkörperchen regulieren, gegeben werden. Zur Bekämpfung einer erhöhten Blutungsneigung im Rahmen der Behandlungsfolgen kann eine Thrombozytentransfusionen sinnvoll sein. Dabei werden die Blutplättchen in einer Art Blutwäsche aus dem Spenderblut (idealerweise eines Geschwisterteils) herausgefiltert und auf Ihr Blut übertragen.

Nach der intensiven medizinischen Behandlung der Leukämieerkrankung beginnt die Zeit der Krebsnachsorge. Diese hat das Ziel, einen Rückfall frühzeitig zu erkennen und so effektiv behandeln zu können und den Patient bei seinen physischen, psychischen und sozialen Problemen zu unterstützen. Fester Bestandteil der Nachsorge sind regelmäßige Untersuchungen. In welchen Abständen diese erfolgen, hängt von der Ausgangssituation ab und wird individuell festgelegt. Die Nachsorgetermine umfassen neben einer körperlichen Untersuchung auch die Untersuchung von Blut und eventuell Knochenmark. Im Rahmen der Nachbetreuung wird dem Patienten dabei geholfen, die Krankheit zu verarbeiten und den Alltag wieder zu bewältigen. Auch eine Anschlussheilbehandlung oder eine Kur können sinnvoll sein um den Erholungsprozess zu unterstützen. 16,18

Über die bei Ihnen notwendigen individuellen Nachsorgemaßnahmen wird Ihr Arzt Sie auch umfassend informieren.

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