Leukämie - RisikenDie verabreichten Zytostatika sind nicht krebszellen-spezifisch, das heißt, sie schädigen nicht nur Krebszellen sondern auch gesunde Körperzellen. Aufgrund dieser Schädigung von gesunden Zellen kommt es zu Nebenwirkungen, die in ihrer Ausprägung von Art und Dosierung der Medikamente abhängen.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Übelkeit, Erbrechen und Haarausfall. Daneben wird bei Frauen die Funktion der Eierstöcke und bei Männern die der Hoden durch die Chemotherapie beeinträchtigt. Eine hormonelle Therapie während der Chemotherapie kann das Risiko der Unfruchtbarkeit reduzieren. Daher sollte zumindest bei Frauen mit Kinderwunsch vor der Chemotherapie ein Bluthormontest gemacht und eine entsprechende Therapie in Erwägung gezogen werden. Männer können bis zu einem Jahr nach der Therapie unfruchtbar sein, jedoch stellt sich im Regelfall die Zeugungsfähigkeit später wieder ein. Da Zytostatika auch die Bildung gesunder Blutkörperchen und Blutplättchen stören, besteht für die Dauer der Behandlung Blutarmut, eine erhöhte Blutungsneigung und akute Infektionsgefahr. Infektionskrankheiten können aufgrund des geschwächten Immunsystems eine lebensgefährliche Bedrohung für Leukämiepatienten sein. Daher sollte der Kontakt mit Personen, die an einer ansteckenden Krankheit leiden, möglichst vermieden werden. Neben Infektionen können für den geschwächten Organismus des Patienten auch Mikroorganismen, die für einen Gesunden harmlos sind, eine Gefahr bedeuten. Nahrungsmittel sollten deshalb mit besonderer Sorgfalt ausgewählt, aufbewahrt und zubereitet werden. Zurückhaltung ist auch im Umgang mit Tieren anzuraten, da diese oft Träger von Krankheitserregern sind. Bakterien und Pilze finden sich auch in Blumenwasser und Erde, weshalb auf Schnittblumen und Topfpflanzen im Zimmer verzichtet werden sollte. Ein Teil dieser Nebenwirkungen lässt sich durch geeignete Maßnahmen und Medikamente bessern. Nach Beendigung der Chemotherapie verschwinden sie im Regelfall auch wieder. 15,16,17
Auch der schwerwiegende Eingriff einer Transplantation von Stammzellen bringt Risiken mit sich bzw. kann Nebenwirkungen auslösen. Zur Verhinderung des Auftretens der Transplantat-gegen-Wirt-Krankheit werden nach der Transplantation verschiedene Medikamente zur Unterdrückung der Immunreaktion verabreicht. Dies führt nach der Transplantation für eine längere Zeit zu einer erhöhten Infektionsgefahr. Vor und nach der Transplantation ist deshalb in der Regel auch der Aufenthalt in einer Sterileinheit notwendig, zu der nur wenige Personen Zutritt haben. Bis zur Wiederherstellung eines intakten Immunsystems dauert es etwa ein Jahr. Spätfolgen der Transplantation sind eine in den meisten Fällen auftretende Unfruchtbarkeit bei beiden Geschlechtern. Bei Frauen können die Wechseljahre verfrüht eintreten. 13
Über die genannten und weitere Nebenwirkungen und Risiken sprechen Sie bitte auch im Detail mit Ihrem Arzt.
Quellen:
1,2,5,6,7,8,9,11,13,15,17,18 Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (DKG)
2,4,10,12,14,16 Deutsches Krebsforschungszentrum (dkfz)
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