Operation bei Lungenkrebs | Bronchialkarzinom | Lungenkarzinom

Überblick

Lungenkrebs - Einleitung

 

Die Organe des menschlichen Körpers sind auf die Versorgung mit Sauerstoff angewiesen. Das zentrale Organ der Sauerstoffzufuhr ist dabei die Lunge. In ihr vollzieht sich die lebenswichtige Übertragung des Luftsauerstoffes auf die roten Blutkörperchen, die den Sauerstoff dann zu den Organen transportieren. Die Luft gelangt zunächst über die Luftröhre (Trachea) hinunter in den Brustkorb. Dort teilt sich die Trachea in zwei röhrenförmige Hauptbronchien, die sich wiederum in immer kleinere Äste aufteilen. Am Ende befinden sich in großer Anzahl die Lungenbläschen (Alveolen), die aufgrund ihres engen Kontaktes zu den Blutgefäßen für den Stoffaustausch zuständig sind: an ihrer enormen Austauschfläche wird Sauerstoff ins Blut aufgenommen und Kohlendioxid vom Blut an die Ausatemluft abgegeben.

Die Lunge besteht aus zwei Lungenflügeln, die sich rechts nochmals in drei und links in zwei Lappen unterteilen lassen. Innen sind Luftröhre und Bronchialsystem von Schleimhaut ausgekleidet. Daneben dienen bewegliche Flimmerhärchen in der Trachea dem Abtransport von Schmutzpartikeln nach außen und so der Reinigung und Freihaltung der Atemwege. Die Lunge wird von vielen Blutgefäßen, Nerven und Lymphbahnen, die die Gewebeflüssigkeit und Abfallstoffe des Körpers aufnehmen, durchzogen.

In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 33.000 Menschen an Lungenkrebs, womit es bei Männern und Frauen die dritthäufigste Krebserkrankung darstellt. Über 90% der Männer und rund 60% der Frauen, die an einem Bronchialkarzinom erkranken, sind Raucher. Rauchen ist dementsprechend der Hauptrisikofaktor für Lungenkrebs. In Deutschland könnten schätzungsweise pro Jahr etwa 25.000 Lungenkrebs-Todesfälle vermieden werden, wenn nicht mehr geraucht werden würde. Auch Passivrauchen stellt einen erheblichen Risikofaktor dar. Daneben können auch andere äußere Einflüssen wie die ultravioletten Strahlen der Sonne, radioaktive Strahlung, falsche Ernährung, bestimmte Schimmelpilze auf Lebensmitteln, einige Virusinfektionen oder manche Chemikalien (Asbest, Arsen, Chrom, Nickel) sowie eine hohe Schadstoffbelastung der Außenluft ein Bronchialkarzinom verursachen. Auch Vererbung spielt bei der Entstehung von Lungenkrebs vermutlich eine Rolle. Einen wesentlichen Einfluss auf die Krebsentstehung hat auch die Dauer des Einwirkens des krebserregenden Faktors. Je früher zum Beispiel mit dem Rauchen begonnen wird, desto höher ist das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Da außerdem mit dem Alter auch die Reparaturfähigkeit des menschlichen Organismus abnimmt, ist es nicht verwunderlich, dass Krebserkrankungen wesentlich häufiger bei älteren Menschen auftreten. 1,4,5 Die meisten Patienten mit Lungenkrebs erkranken im Alter zwischen 50 und 70 Jahren. 6

Das gemeinsame Kennzeichen aller Krebserkrankungen ist die unkontrollierte Teilung von Zellen, die der Erkrankung zugrunde liegt. Daraus entstehen Tumoren (Geschwulste), die in das umliegende Gewebe einwachsen und es zerstören. 1,2 Bei Lungenkrebs unterscheidet man zwischen dem nicht-kleinzelligen und dem kleinzelligen Bronchialkarzinom. Das kleinzellige Karzinom ist das bösartigere von beiden, es wächst schneller, was auch die Heilungschancen reduziert. Ein nicht-kleinzelliges Karzinom kann unter bestimmten Voraussetzungen gut mit einer Operation entfernt werden. Bei der in Vollnarkose durchgeführten Operation wird in der Regel der Brustraum eröffnet und das tumoröse Lungengewebe mitsamt einiger benachbarter Lymphknoten entfernt. Bei einer nicht allzu vorgeschädigten Lunge kann die restliche Lunge den Verlust eines Teils des Lungengewebes kompensieren. An die Operation schließt sich ein 1-2wöchiger stationärer Aufenthalt an, während dem durch intensive Atemtherapie die Leistungsfähigkeit der Lunge wiederhergestellt wird. Bei Tumoren in frühen Stadien sind die Heilungsaussichten nach einer Operation, evtl. kombiniert mit einer Strahlen- und/oder Chemotherapie, gut, sinken jedoch bei Karzinomen mit Metastasenbildung rapide ab.

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