Nierenkrebs - EinleitungDie wichtigsten Aufgaben der Nieren sind die Entfernung von Giftstoffen und Endprodukten des Stoffwechsels aus dem Blut sowie die Regulation des Salz- und Wasserhaushaltes über die Harnausscheidung. Die beiden Nieren befinden sich beim Menschen links und rechts der Wirbelsäule im hinteren Bauchraum, nahe dem Zwerchfell. Sie gleichen in ihrer Form einer ca. 11 cm langen Kidney-Bohne und sind zum Schutz von einer Bindegewebskapsel und Fett umgeben. In der Mitte der Krümmung jeder Niere liegt die Nierenpforte, durch die die große Nierenarterie (Arteria renalis) zur Niere hin und die große Nierenvene (Vena renalis) sowie der Harnleiter (Ureter) von der Niere wegführen. Neben den Blutgefäßen verlaufen in der Niere auch Lymphgefäße und Nerven. Das arterielle Blut transportiert mit Abfallstoffen beladenes Blut zur Niere. Dieses wird im Nierengewebe gereinigt und verlässt dann über die Venen die Niere wieder. Der bei der Reinigung entstehende Harn wird im innen liegenden Nierenbecken gesammelt und gelangt schließlich über den Harnleiter zur Harnblase. Das Reinigungssystem der Niere wird von etwa 1 Million kleiner Filtereinheiten, den Nephronen, gebildet. Jedes einzelne Nephron besteht wiederum aus dem Nierenkörperchen (Glomerulus) und den dazugehörigen Harnkanälchen (Tubuli). Das Blut wird in den in der Nierenrinde liegenden Glomeruli gefiltert, in den Harnkanälchen im Nierenmark wird ein Großteil des Salzes und des Wassers dann wieder dem Blut zugeführt. Am Ende dieses Prozesses entsteht täglich ca. 1,5 l Urin. 1
Nierenkrebs ist eine relativ seltene Krebserkrankung, die nur etwa 2 % aller Krebsgeschwüre ausmacht. Männer sind häufiger von der Krankheit betroffen als Frauen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei Männern bei etwa 65 Jahren, bei Frauen bei 70 Jahren. 2
Die Ursachen für die Entstehung von Nierenzellkarzinomen konnten bis heute noch nicht eindeutig geklärt werden. Bekannt sind jedoch einige Faktoren, die das Nierenkrebsrisiko erhöhen. Rauchen gilt dabei als wichtigster Risikofaktor. Daneben spielen auch die regelmäßige Einnahme bestimmter Schmerzmittel, Übergewicht, genetische Einflüsse (von-Hippel-Lindau-Syndrom) und verschiedene Vorerkrankungen der Niere wie zum Beispiel die chronische Niereninsuffizienz eine Rolle bei der Entstehung eines Nierentumors. Wahrscheinlich beeinflussen außerdem bestimmte Umweltschadstoffe und chemische Noxen die Krebsentstehung negativ. 3,4
Nierenkrebs geht in etwa 90 % der Fälle von den Zellen des Harnkanälchensystems aus. Der Tumor breitet sich zunächst innerhalb des Nierengewebes aus, verlässt dieses mit zunehmender Größe jedoch und befällt das umliegende Gewebe. Mit dem Blut oder der Lymphe können schließlich auch Krebszellen in andere Organe oder Lymphknoten gelangen und dort Tochtergeschwulste bilden. Als Behandlungsmethode steht eine Operation in den meisten Fällen an erster Stelle. Durch Schnitte an Bauche, Brust oder Flanke wird das Tumorgewebe mitsamt einem Streifen umliegendem Nierengewebe entfernt. Auch eine radikale Nephrektomie, das heißt die Entnahme der kompletten Niere, kann erforderlich sein. Dies hat in der Regel keine Einschränkungen zur Folge, da die verbleibende Niere den Ausfall kompensieren kann. Das Ziel der Operation ist stets die vollständige Entfernung des Krebsgewebes. Befinden sich bereits Metastasen in anderen Körperregionen folgt im Anschluss an die Operation gegebenenfalls noch eine andere Behandlung. Dies kann eine Immun-, Chemo-, Strahlen- oder Hormontherapie sein. Wenn Nierenkrebs frühzeitig diagnostiziert wird, ist die Prognose normalerweise sehr günstig.
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