Bandscheibenprothese - MethodenRückenschmerzen treten in unterschiedlichen Ausprägungen und Varianten auf. Eine Art wird dabei durch eine Erkrankung der Bandscheibe (Discus intervertebralis) hervorgerufen - man spricht im Volksmund von einem Bandscheibenvorfall. Die Bandscheiben befinden sich jeweils zwischen zwei Wirbelkörpern und bestehen aus einem äußeren Ring aus Faserknorpel (Anulus fibrosus) und einem inneren Kern aus weicherem Knorpelgewebe (Nucleus pulposus). Direkt dahinter befindet sich der Wirbelkanal, welcher das Rückenmark umgibt. Aufgrund von degenerativen Veränderungen oder auch durch plötzliche Verletzungen kann der äußere Knorpelring der Bandscheibe reißen. Dies kann dazu führen, dass das weiche Knorpelgewebe des Kerns zu Teilen austritt und auf das Rückenmark im Wirbelkanal oder auf seitlich austretende Nervenwurzeln drückt. Abhängig davon, welche Nerven von der Kompression betroffen sind, kann es in der Folge zu Nacken- bzw. Rückenschmerzen, Sensibilitätsstörungen, motorische Störungen, Reflexsteigerung oder -minderung oder auch Verlust der Blasenkontrolle kommen.2 Wenn die Symptomatik durch konservative Methoden nicht verbessert werden kann, vorangehende Operationen an der Bandscheibe keine Besserung erzielt haben oder wenn besonders starke Beschwerden vorliegen, kann ein operativer Ersatz der Bandscheiben in Betracht gezogen werden. Dies ist im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule möglich. Das Vorliegen eines noch frischen Bandscheibenvorfalls in nur einem Bewegungssegment bei ansonsten gesunder Wirbelsäule ist eine weitere günstige Voraussetzung für den Einsatz einer Bandscheibenprothese. Die Wirbelgelenke dürfen außerdem keine Degenerationserscheinungen aufweisen. 3,4
Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose von vorne durch Öffnung des Bauchfells (retroperitoneal, transperitoneal). Nach Entfernung der Bandscheibe wird die Prothese, die meist aus Metall und Kunststoff besteht, eingesetzt und an den angrenzenden Wirbelkörpern verankert.
Der Vorteil des Bandscheibenersatzes liegt im größeren Bewegungsspielraum, den die Prothese, im Vergleich zu der früher auch oft durchgeführten Methode der Versteifung (Spondylodese) bietet. Die Beweglichkeit der Prothese bietet außerdem den Vorteil, dass benachbarte Bandscheiben keiner zusätzlichen Belastung ausgesetzt sind. In einigen Fällen kann auch ein Ersatz lediglich des Bandscheibenkerns durchgeführt werden. Welche Methode bei Ihnen angewandt werden kann, kann jedoch erst nach eingehender Untersuchung individuell durch Ihren Arzt bestimmt werden. 5,6
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