Hüftgelenkersatz - EinleitungBei fortgeschrittenem Gelenkverschleiß bietet die moderne Chirurgie mit einem Hüftgelenkersatz gute Chancen, die Betroffenen von ihren zum Teil erheblichen Schmerzen zu befreien und ihnen die Beweglichkeit der Hüfte zu erhalten. Die Zahl der eingesetzten künstlichen Hüftgelenke nahm in den letzten Jahren kontinuierlich zu – ein Zeichen dafür, dass Erkrankungen der Hüftgelenke mittlerweile offenbar zu den Volkskrankheiten zählen.
Verschiedene Faktoren sind hier als Ursache zu sehen. Natürlich ist der altersbedingte Gelenkverschleiß einer der Hauptgründe für einen notwendig gewordenen Hüftgelenkersatz. Aber auch arthritische Veränderungen des Hüftgelenkknorpels – bedingt durch Ernährungsfehler (calciumarme Lebensmittel), persönliche Lebensumstände (Rauchen, Übergewicht, Alkoholmissbrauch) oder auch vererbte genetische Dispositionen können zu einer allmählichen Schwächung des Hüftknochens führen. Im schlimmsten Fall droht schließlich der Bruch oder Defekt des Hüftgelenks. Auch beim Absterben von Knochenabschnitten (Osteonekrose) ist ein Hüftgelenkersatz letztlich die einzige Möglichkeit, den Krankheitsprozess aufzuhalten und den Patienten ein weitestgehend normales Leben zu ermöglichen - durch den Einsatz von Implantaten kann ein schmerzendes, defektes Hüftgelenk durch eine hoch funktionelle, langlebige Hüftprothese ersetzt werden.
Eine Hüftgelenkersatz-Operation stellt heute keine Seltenheit mehr dar. Normalerweise besteht ein künstliches Hüftgelenk aus drei Teilen, die in Größe und Form den jeweiligen Körperverhältnissen des Patienten angepasst werden. Viele Hüftprothesen werden mit Zement im Körper befestigt, es gibt mittlerweile aber auch Verfahren zur zementfreien Fixierung der Hüftendoprothese. Diese kommen in der Regel bei jüngeren Patienten zum Einsatz, deren Knochensubstanz insgesamt kräftiger ist.
Bei der Operation selbst unterscheidet man zwischen der klassischen Methode und dem minimal-invasiven Verfahren, das schonender für die Patienten ist, da hier nur ein oder zwei kleinere Schnitte gesetzt werden müssen. Dafür dauert ein solcher Eingriff etwas länger. Je nach Art und Umfang wird der Chirurg normalerweise 2 – 4 Stunden für eine Hüftgelenkersatz-Operation benötigen. Vollnarkose ist hierbei üblich, aber auch andere Anästhesieformen (z.B. die Spinalanästhesie) sind möglich. Eine Hüftgelenkersatz-OP ist ein relativ schwerwiegender Eingriff. Dennoch beginnen die meisten Patienten schon bald nach der Operation mit speziellen physiotherapeutischen Übungen, um den Heilungsprozess zu beschleunigen. Das Einwachsen der Hüftendoprothese in den Knochen ist nun das wichtigste Ziel und kann durch sorgfältige Beachtung aller Nachsorgeaktivitäten unterstützt werden. Nach etwa 3 – 10 Tagen können Sie die Klinik wieder verlassen und müssen nun darauf achten, in Bewegung zu bleiben, ihr künstliches Hüftgelenk dabei aber auch keiner Überbelastung auszusetzen. Evtl. werden Sie für eine gewisse Zeit Gehhilfen benötigen. Nach etwa 3 – 6 Monaten können die meisten Patienten in ihr normales Arbeitsleben zurückkehren.
Bei fachgerechter Durchführung und optimaler Nachsorge während des Heilungsprozesses sind gravierende Risiken oder Komplikationen beim Hüftgelenkersatz selten. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sichern den Heilungsprozess und Erfolg der Operation. Normalerweise hat ein künstliches Hüftgelenk eine Haltbarkeit von etwa 15 – 20 Jahren. Die meisten Patienten können nun – weitestgehend schmerzfrei –wieder ihren üblichen Beschäftigungen nachgehen und gewinnen durch ihre neue Bewegungsfreiheit enorm viel Lebensqualität zurück. 1,2
|