Kyphoplastie

Überblick

Kyphoplastie - Einleitung

 

Osteoporose, im Deutschen auch unter dem Namen Knochenschwund bekannt, ist eine Erkrankung des Knochens, die im höheren Lebensalter verhältnismäßig häufig auftritt. Kennzeichen der Krankheit sind die geringe Knochenmasse und der rasche Abbau von Knochensubstanz und -struktur. Eine verheerende Folge von Osteoporose ist die höhere Anfälligkeit einzelner Knochen oder auch des ganzen Skeletts für Frakturen (Knochenbrüche). Dabei sind insbesondere die Wirbelkörper der Wirbelsäule Prädilektionsstellen für derartige Brüche. Der Knochen weist dann eine reduzierte Stabilität auf, was starke Schmerzen verursacht und die Lebensqualität von Osteoporosepatienten oft stark eingeschränkt.

Wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt sind, kann zur Schmerzreduzierung bei gebrochenen Wirbelkörpern aufgrund von Osteoporose oder auch von Tumorleiden eine sogenannte Kyphoplastie durchgeführt werden. Die Kyphoplastie stellt eine Weiterentwicklung der Vertebroplastie dar. Unter Vollnarkose erfolgt in einem minimal-invasiven Eingriff mittels Injektion von Knochenzement eine Stabilisierung des Knochens und dadurch enorme Schmerzreduktion. Im Unterschied zur Vertebroplastie wird jedoch vor dem Einspritzen des Zements ein feiner Ballon in den Wirbelkörper eingeführt und aufgeblasen. Dadurch wird im Inneren ein Hohlraum geschaffen, in den der Zement unter geringem Druck mit einer Hohlnadel eingefüllt wird. Bei noch frischen und somit gut behandelbaren Frakturen kann zusätzlich ein Aufrichten des Wirbels erfolgen. Durch den kleinen operativen Eingriff, dem sich ein 2-4tägiger stationärer Aufenthalt anschließt, wird der Knochen von Innen heraus stabilisiert, was zu Schmerzfreiheit oder zumindest deutlicher Schmerzreduktion und gesteigerter Mobilität führt. Neben dem zumeist gebrauchten Kunststoffzement besteht häufig die Möglichkeit, Biozement zu verwenden. Dieser wird im Laufe der Zeit zu natürlicher Knochensubstanz umgebaut.

Der Behandlung gehen eine oder mehrere radiologische Untersuchungen im Computertomographen (CT) oder Magnetresonanztomographen (MRT) voraus um eindeutig sagen zu können, ob die Therapie bei Ihnen erfolgsversprechend ist. Auch nach dem Eingriff erfolgen regelmäßige radiologische Untersuchungen zur weiteren Kontrolle der behandelten Wirbelkörper und um weitere Brüche frühzeitig erkennen zu können. Daneben muss auch die Osteoporoseerkrankung mithilfe verschiedener Medikamente auf lange Sicht weiter behandelt werden.

Auch wenn noch keine Langzeitstudien zur Kyphoplastie existieren, ist die Behandlung aus heutiger Sicht ein schonendes Verfahren mit sehr guten Erfolgsaussichten. In Deutschland wurden bereits über 15.000 Patienten mit dieser Methode behandelt. 1-16

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