Schultergelenkersatz - EinleitungFür alle unsere täglichen Verrichtungen – sei es im Beruf, im Haushalt oder beim Sport –ist die Beweglichkeit unserer Arme und Hände eine unabdingbare Voraussetzung. Egal, ob wir Lasten heben müssen oder den ganzen Tag am Computer sitzen und schreiben – die Bewerkstelligung des Alltags ist ohne diese Beweglichkeit nicht möglich. Als Verbindungsstelle zwischen Rumpf und Armen kommt dabei den Schultergelenken eine ebenso große Bedeutung zu. Diese Gelenke sind jedoch nicht frei von Verschleißerscheinungen. Mit einem künstlichen Schultergelenk bietet die moderne Orthopädie heute die Möglichkeit, bei fortgeschrittenem Gelenkverschleiß die Bewegungsfunktion der Schulter zu erhalten und den Betroffenen ein größtmögliches Maß an Schmerzfreiheit zu geben.
Mit zunehmendem Lebensalter und erhöhten Belastungen, aber auch bei Erkrankungen entsteht eine fortschreitende Abnutzung der Gelenke. Es kann zum Gelenkverschleiß (Arthrose), entzündlich-rheumatischen Erkrankungen oder letztlich sogar einem Absterben (Nekrose) des Oberarmkopfes kommen. Diese Krankheitsbilder sind zumeist von großen Schmerzen begleitet. Die Beweglichkeit des Schultergelenks wird immer mehr eingeschränkt, ein normales Leben ist unter diesen Umständen meist nicht mehr möglich. Aus diesem Grund entscheiden sich viele Betroffene für die Möglichkeit eines künstlichen Schultergelenkersatzes. Auch nach Unfällen oder Sportverletzungen ist ein Gelenkersatz manchmal die einzige Möglichkeit, den Patienten ihre Beweglichkeit zurückzugeben.
Man unterscheidet je nach Ausgangssituation verschiedene Arten des Schultergelenkersatzes. Neben der klassischen Schultergelenkprothese (Totalendoprothese), die dem natürlichen Gelenkkopf in der Form nachempfunden ist, gibt es verschiedene andere Methoden, die den Gelenkkopf nur teilweise ersetzen. Über die Methode, die in Ihrer Situation am ehesten geeignet ist, wird Ihr behandelnder Arzt Sie genau informieren.
In manchen Fällen wird vor der Operation zu einer Eigenblutspende geraten. Eine Schultergelenkersatz-OP ist ein recht schwerwiegender Eingriff, es kann zu Blutverlusten kommen. Je nach Methode und Umfang der Operation ist entweder eine Vollnarkose oder auch nur eine lokale Betäubung erforderlich. Der Eingriff dauert in etwa 2 – 3 Stunden, im Anschluss müssen Sie mit einem Klinikaufenthalt von 2 – 5 Tagen rechnen. In dieser Zeit können eventuell auftretende Schmerzen oder Schwellungen optimal behandelt werden. Das Tragen eines Schlingenverbandes wird für einige Wochen nach der Operation nötig sein. In dieser Zeit sind Sie bei vielen Tätigkeiten, wie z.B. beim Autofahren, noch stark eingeschränkt. Eine leichte Berufstätigkeit ist nach ca. 2 – 3 Wochen wieder möglich. In den meisten Fällen beginnen die Patienten bereits am Tag nach der Schultergelenkersatz-Operation mit einer speziellen Krankengymnastik. Diese Übungen helfen, ein eventuelles Versteifen des Schultergelenks zu vermeiden. Bei gutem Heilungsverlauf und optimaler Nachsorge sollten Sie nach etwa 3 – 6 Monaten Ihre bestmögliche Bewegungs- und Belastungsfähigkeit wieder erreicht haben. Auch eine weitestgehende Schmerzfreiheit oder zumindest starke Linderung der Schmerzen müssten nun eingetreten sein.
Ihr künstliches Schultergelenk hat normalerweise eine Haltbarkeit von etwa 10 Jahren, danach müssen in den meisten Fällen Teile des Gelenks erneuert werden. Die Risiken bei einer Schultergelenkersatz-OP sind normalerweise gering. Über Ihre individuelle Risikosituation wird Ihr operierender Arzt Sie detailliert aufklären. 1,2
|