Vertebroplastie

Überblick

Vertebroplastie - Ablauf

 

Eine Vertebroplastie wird normalerweise unter lokaler Betäubung durchgeführt. Zusätzlich können Schmerz- und Beruhigungsmittel (Sedierung) verabreicht werden, so dass der Eingriff völlig schmerzfrei abläuft. 8

Während der Behandlung befindet sich der Patient entweder in Bauchlage für Eingriffe an der Brust- und Lendenwirbelsäule oder in Rückenlage für Eingriffe an der Halswirbelsäule. Der Zugang zu dem oder den betroffenen Wirbelkörpern erfolgt meist von hinten durch die Wirbelbögen. Auch ein Zugang von der Seite und im Bereich der Halswirbelsäule von vorne ist möglich. Die Festlegung des besten Zugangsweges erfolgt normalerweise anhand einer dem Eingriff vorangehenden Planungs-CT (Planungs-Computertomographie). Anschließend wird im Bereich des Zugangsweges die Haut, das Unterhautfettgewebe und die Knochenhaut (Periost) lokal betäubt. 2

Durch die kleine Hautöffnung wird eine Hohlnadel in den Wirbelkörper eingeführt und bis in das vordere Drittel des Wirbelkörpers vorgeschoben. Der behandelnde Arzt verfolgt dabei am Bildschirm dank CT-Durchleuchtungskontrolle ständig mit, wo genau sich die Nadel gerade befindet. So ist die exakte Positionierung der Hohlnadel möglich. Wenn die Nadel korrekt platziert ist, wird der Knochenzement durch das Vermischen von zwei Komponenten gebrauchsfertig gemacht. Ab diesem Zeitpunkt wird der Knochenzement stetig härter, bis er dann schließlich unter starker Wärmeentwicklung nach etwa 10 Minuten vollständig aushärtet. 1

Der verwendete Zement ist in den meisten Fällen Polymethylmetacrylat (PMMA), auch bekannt als Plexiglas. Dieser Knochenzement wird vom eigenen Knochen sehr gut angenommen und seit Jahren problemlos in der Orthopädie und Unfallchirurgie eingesetzt. 7,9

Der Zement wird durch die Hohlnadel in den Knochen injiziert. Auch die Injektion erfolgt unter ständiger CT-Kontrolle am Bildschirm. So kann das Risiko des Zementaustritts in den Spinalkanal, in das Weichgewebe neben der Wirbelsäule oder in das Bandscheibenfach minimiert werden. Der Zement wird so lange eingespritzt, bis er die vorderen zwei Drittel bis drei Viertel des Wirbelkörpers und mindestens zwei Drittel seiner Höhe ausfüllt. Die Menge des dafür notwendigen Zements beträgt zwischen 2 und 15 ml.

Nach Aushärtung des Zements wird die Nadel entfernt; gegebenenfalls können dann in der gleichen Sitzung weitere (bis zu drei) Wirbelkörper behandelt werden. Zum Abschluss wird ein steriler Verband angelegt und das Ergebnis nochmals anhand einer CT-Kontrollaufnahme überprüft. 2,8

Ihr Arzt wird Sie über den genauen Behandlungsablauf auch gerne im Detail aufklären.

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