Chirurgische Kieferkorrektur

Überblick

Kieferkorrektur - Einleitung

 

Der Kiefer des Menschen spielt im täglichen Leben eine überaus wichtige Rolle – beim Sprechen und Essen hat er wichtige Funktionen, darüber hinaus ist er auch ein auffälliger visueller Bestandteil unseres Gesichtes. Bei Fehlstellungen des Ober- oder Unterkiefers kann es zu gravierenden Beeinträchtigungen beim Kauen und Schlucken oder auch bei der Artikulation kommen, was für die Betroffenen eine enorme Einschränkung in der Lebensqualität und häufig auch ein ästhetisches Problem darstellt. Ein hervorstehender oder fliehender Ober- oder Unterkiefer kann den harmonischen Gesamteindruck des Gesichtes empfindlich stören. Aus zahnmedizinischer Sicht führt eine Kieferfehlstellung langfristig zu Fehl- oder Überbelastungen einzelner Zähne, hier ist eine Kieferkorrektur schon deshalb geboten, um ernsthafte Folgeerkrankungen zu vermeiden. Auch durch Unfälle können Kieferanomalien entstehen. Durch modernste Methoden der Kieferkorrektur ist es jedoch möglich, die meisten dieser Fehlstellungen zu beheben oder zumindest stark abzumildern.

Eine Kieferkorrektur kann allein durch kieferorthopädische Maßnahmen – häufig über einen längeren Zeitraum – erfolgen, bei stärkeren Kieferanomalien wird sie aber auch eine chirurgische Behandlung erforderlich machen. Oft wird diese mit einer kieferorthopädischen Vor- und Nachbehandlung verbunden. Die chirurgische Kieferkorrektur selbst wird stationär unter Vollnarkose vorgenommen. Je nach Art und Umfang der Kieferfehlstellung können entweder nur der Ober- oder Unterkiefer, beide Kiefer und sogar das Kinn (siehe auch Kinnkorrektur) korrigiert werden. Eine genaue Analyse Ihres Gesichtes unter Zuhilfenahme von Röntgenbildern, Fotos und Abdrücken vor dem chirurgischen Eingriff sowie eine detaillierte Beschreibung der Funktionsstörungen sind Bestandteile der Voruntersuchung. Häufig kann hier bereits eine Computersimulation erstellt werden, die Ihnen Aufschluss über das wahrscheinliche Ergebnis der Kieferkorrektur gibt. Während der Operation wird der Chirurg nun Teile des Kieferknochens abtragen, verschieben oder neu positionieren, wobei der zahntragende Teil in eine zahnmedizinisch günstigere Position gebracht wird. Knochenanteile, die hierbei notwendigerweise gelöst werden müssen, fixiert der operierende Arzt anschließend durch Schrauben oder Miniplatten aus Titan. Eine Kieferdehnung (Osteodistraktion) erfordert eine langfristigere Behandlung. Mittels einer speziellen Dehnungsplatte, die in den Kieferknochen eingesetzt wird, kann der Kiefer während einer genau definierten Dehnungsphase täglich um ein geringes Maß geweitet werden. In einem abschließenden Eingriff wird – nach erfolgreicher Behandlung – die Dehnungsapparatur wieder entfernt.

Nach einer chirurgischen Kieferkorrektur müssen Sie mit einem kurzen stationären Aufenthalt rechnen, die Dauer richtet hierbei nach der Schwere des Eingriffs. Während dieser Zeit erhalten Sie eine optimale Nachsorge, um auftretende Schmerzen oder Schwellungen bestmöglich zu behandeln. In den ersten postoperativen Wochen steht die Wundheilung im Vordergrund. Sie sollten in dieser Zeit möglichst keine feste Kost zu sich nehmen. Natürlich bestehen bei einer chirurgischen Kieferkorrektur – wie bei jedem Eingriff - auch gewisse Risiken. Über Ihre individuelle Risikosituation, aber auch über Details der nötigen Nachsorge, wird Ihr behandelnder Arzt Sie genau informieren. Bei fachgerechter Durchführung der Kieferkorrektur können Sie mit einer deutlichen funktionalen Verbesserung Ihrer Kieferstellung und auch mit einer sichtbaren Harmonisierung Ihres Profils rechnen.1

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