| Chirurgische Kieferkorrektur | ||
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Kieferkorrektur - AblaufAlle Eingriffe werden in Vollnarkose durchgeführt. Bei der Umstellungsoperation des Unterkiefers erfolgt eine sogenannte sagittale Spaltung/Osteotomie des Unterkiefers. Dazu werden in der Mundhöhle Schnitte gesetzt und so der Zugang zum Unterkiefer freigelegt. Anschließend vollzieht der Chirurg eine Längsdurchtrennung des aufsteigenden Kieferastes. So lässt sich der zahntragende Unterkieferteil nach vorne oder nach hinten verschieben und der Biss harmonisieren. Die neue Position des verschobenen Teils wird mittels Drahtschlingen und Splint erst provisorisch und schließlich mit Titanschrauben endgültig fixiert. Die Wunden im Bereich der Mundhöhle werden mit Seidenfäden vernäht. Die Umstellungsoperation des Oberkiefers wird auch LeFort-I-Osteotomie genannt. Hierbei erfolgen die Schnitte in der Mundhöhle in der gesamten Oberkieferumschlagsfalte. Nach Durchtrennung des Oberkiefers oberhalb der Zahnwurzelspitzen wird auch hier der zahntragende Teil gelöst und in die gewünschte Position verschoben. Der gelöste Oberkieferteil wird am Oberkieferknochen durch Schrauben und Miniplatten aus Titan fixiert, die Wunden wie oben beschrieben verschlossen. Die beiden Eingriffe werden bei schweren Fehlstellungen des Ober- und Unterkiefers auch zusammen durchgeführt. Die Knochendehnung oder Osteodistraktion basiert auf dem Prinzip, dass sich nach Durchtrennung und Auseinanderdehnung des Knochens in dem entstandenen Spalt neuer Knochen bildet. Der Zugang erfolgt auch hier durch die Mundhöhle; anschließend wird der Knochen durchtrennt und eine spezielle Dehnungsplatte mit integrierter Dehnschraube eingesetzt. Diese wird postoperativ schrittweise durch die Mundhöhle oder die Haut aufgedreht und dehnt den Kiefer so in die gewünschte Position. Der Knochen kann täglich etwa 0,5-1 mm gedehnt werden, und so richtet sich die Länge der Dehnungsdauer nach dem gewünschten Ergebnis. Ist die Dehnungsphase abgeschlossen, muss das System noch über einen Zeitraum von etwa 6-8 Wochen im Kiefer verbleiben um den Kiefer ruhig zu stellen und die Kieferheilung zu gewährleisten. Die Dehnapparatur muss in einem zweiten, kleinen operativen Eingriff entfernt werden. In einigen Fällen kommt es vor, dass nach erfolgreicher Verlagerung des Ober- und/oder Unterkiefers das Kinn zu stark oder zu schwach ausgeprägt erscheint. Dies kann anschließend durch eine Kinnkorrektur behoben werden.1,4,5 Neben den genannten Methoden gibt es zahlreiche Varianten zur Korrektur von Dysgnathien. Ihr Arzt wird mit Ihnen die für Ihre individuelle Situation am besten geeignete Methode finden. |