Operative Schweißdrüsenbehandlung

Überblick

Schweißdrüsenentfernung - Einleitung

 

Schwitzen stellt normalerweise einen physiologischen Mechanismus zur Regulation der Körpertemperatur dar. Durch die Absonderung von Schweiß wird sichergestellt, dass die Körpertemperatur auch bei körperlicher Anstrengung oder höheren Außentemperaturen immer innerhalb einer bestimmten Grenze bleibt. Die Aktivität der Schweißdrüsen kann jedoch auch über das normale Maß hinausgehen. Eine solche Krankheit, bei der man auch ohne körperliche Anstrengung, Stress, hohen Außentemperaturen oder ähnlichen Auslösern übermäßig schwitzt nennt man Hyperhidrose (oder Hyperhidrosis, mit dem lateinischen Fachbegriff). Die Betroffenen leiden unter sichtbaren, oft bis zur Hüfte reichenden Schweißflecken unter den Armen oder schwitzigen Händen oder Füßen. All diese Auswirkungen können den Alltag bisweilen erheblich einschränken. Wenn konservative Maßnahmen nicht das gewünschte Ergebnis erbringen, können die störenden Schweißdrüsen in einem operativen Eingriff entfernt werden. Alternativ kann auch die nervöse Versorgung unterbunden werden, was wiederum die Aktivität der Schweißdrüsen hemmt. 1

Zu den konservativen Maßnahmen zählen unter anderem bestimmte Medikamente, die die Nervenübertragung zu den Schweißdrüsen und somit deren Aktivität hemmen. Auch durch Injektion von Botulinumtoxin A („Botox“) kann eine vorübergehende Reduktion der Schweißsekretion erreicht werden.

Der schonendste operative Eingriff ist die sogenannte Schweißdrüsen-Saugkürettage. Dabei werden ambulant und in lokaler Betäubung die Schweißdrüsen, ähnlich einer Fettabsaugung, einfach abgesaugt. Zusätzlich werden die Schweißdrüsen ausgeschabt bzw. deren Nervenversorgung durchtrennt. Der Vorteil der komplikationsarmen Methode besteht in einer raschen Rückkehr in den Alltag und kaum verbleibenden Narben. Die Rückfallrate ist jedoch relativ hoch. Bei der immer seltener durchgeführten Schweißdrüsenexzision werden Hautlappen mitsamt der Schweißdrüsen chirurgisch herausgeschnitten und die Wundränder anschließend vernäht. Die Wundheilung dauert hierbei länger, und es bleiben größere sichtbare Narben zurück. Bei sehr schweren Fällen kann eine operative Behandlung des Sympathikus, d.h. des Teils des vegetativen Nervensystems, das für die Aktivität der Schweißdrüsen zuständig ist, erfolgen. Bei diesem größeren Eingriff wird der Sympathikus über Schnitte am seitlichen Brustkorb durchtrennt, teilweise entfernt oder abgeklemmt. In den ersten Wochen nach dem Eingriff sollten Sie sich schonen und äußerst sorgsam mit der behandelten Region umgehen. Die Wunden müssen regelmäßig von einem Arzt kontrolliert werden. Dauer und Umfang der Nachbehandlung richten sich aber nach dem Umfang des Eingriffs und sollten individuell mit Ihrem Arzt besprochen werden.

Im Vorfeld der genannten Eingriffe sowie auch im Anschluss daran sollte auf den Genuss von Alkohol und Nikotin sowie auf die Einnahme blutgerinnungshemmender Arzneimittel verzichtet werden.

Die Risiken einer Schweißdrüsenabsaugung sind gering, in seltenen Fällen können Wundinfektionen auftreten. Bei einer Exzision oder insbesondere der Sympathikusbehandlung können Blutungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen oder auch ungewollte Nervenschädigungen und Folgeerkrankungen auftreten.
 

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