Operative Schweißdrüsenbehandlung

Überblick

Schweißdrüsenentfernung - Methoden

 

Die Sekretion von Schweiß beruht auf der Aktivität des (Nervus) Sympathikus, eines Teils des vegetativen Nervensystems, der im sogenannten sympathischen Grenzstrang rechts und links der Wirbelsäule verläuft. Die Schweißdrüsen haben dabei in erster Linie die Aufgabe, die Körpertemperatur durch die Sekretion von Schweiß in einem immer gleich bleibenden Rahmen konstant zu halten.

Die krankhaft gesteigerte Produktion von Schweiß kann jedoch zu starken Einschränkungen des täglichen Lebens führen. Die großen Schweißflecken in der Achselregion, die Salzablagerungen in der Kleidung oder auch der feuchte Händedruck können dabei als sehr störend empfunden werden und die Betroffenen im Alltag erheblich einschränken. Je nach Ursache werden zwei Suptypen der Hyperhidrose unterschieden. Bei der primären Hyperhidrose ist die Ursache unbekannt. Die sekundäre Hyperhidrose geht auf eine andere vorliegende Erkrankung zurück. Dies kann beispielsweise eine endokrine Erkrankung (d.h. hormonell bedingt, z.B. Diabetes mellitus, Schilddrüse, etc.), eine psychische oder auch neurologische Erkrankung (Verletzung des Sympathikus) sein oder auf die Einnahme bestimmter Medikamente zurückzuführen sein. Die übermäßige Schweißproduktion tritt in den meisten Fällen in der Achselgegend (Hyperhidrosis axillaris), an Händen und Füßen (Hyperhidrosis manuum et pedum) oder im Kopfbereich (Hyperhidrosis facialis) auf.

Für die Behandlung der Hyperhidrose gibt es vielfältige Möglichkeiten. Bei einer sekundären Hyperhidrose sollte vorrangig die Grunderkrankung erkannt und entsprechend behandelt werden. Bei der primären Hyperhidrose besteht zunächst die Möglichkeit einer konservativen Therapie durch lokale Anwendungen (Auftragen von Meersalz o.ä.) oder die Einnahme bestimmter Medikamente. Möglich ist auch die medikamentöse Blockierung der Nervenübertragung des Sympathikus um so die Schweißsekretion zu hemmen. 1,2 Dies ist unter anderem mit dem Nervengift Botulinumtoxin A möglich; die Wirkung des in geringen Konzentrationen unter die Achselhaut injizierten Giftes stoppt die Schweißbildung für etwa 4-10 Monate. 3
Erst wenn die konservativen Mittel keine zufrieden stellende Wirkung zeigen, kann auf operative Methoden zurückgegriffen werden. 1,2

Bei den operativen Methoden kann grundsätzlich zwischen der Schweißdrüsenabsaugung (subcutane Schweißdrüsen-Saugkürettage) in Verbindung mit einer Ausschabung (subcutane Schweißdrüsenkürettage) und dem chirurgischen Herausschneiden der Schweißdrüsen (Schweißdrüsenexzision) unterschieden werden. Bei der Absaugung der störenden Schweißdrüsen werden in lokaler Betäubung durch 1-2 kleine Schnitte die Schweißdrüsen abgesaugt und zusätzlich ausgeschabt. Diese Methode ist relativ risikoarm, jedoch kann es nach 1-2 Jahren zu einem erneuten Auftreten der Hyperhidrose kommen. Eine Exzisions-Operation stellt einen etwas größeren Eingriff dar, der aufgrund der großen Wundfläche immer seltener durchgeführt wird. Bei diesem Eingriff werden -in der Regel ebenfalls in lokaler Betäubung- die betroffenen Hautregionen inklusive der Schweißdrüsen komplett herausgeschnitten und die Schnittränder anschließend vernäht.

In sehr schweren Fällen kann in Vollnarkose auch eine sogenannte Sympathektomie oder Sympathikusblockade durchgeführt werden. Bei der Operation werden die die Schweißdrüsen versorgenden Teile der Sympathikus entweder durchtrennt, verödet oder mit einem Metallklip abgeklemmt. Als Voraussetzung für diese Operation sollten Sie in guter allgemeiner Verfassung und zwischen 18 und 40 Jahre alt sein. Eine Nebenwirkung dieser Behandlung ist jedoch das sogenannte kompensatorische Schwitzen an anderen Körperregionen. Dies bedeutet, dass das Ausbleiben der Schweißabsonderung an der einen Stelle durch ein vermehrtes Schwitzen an anderer Stelle kompensiert wird. 4,9

Bitte sprechen Sie über die genannten und weitere mögliche Behandlungsmethoden im Detail mit Ihrem behandelnden Arzt.
 

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