Alkoholsucht - EinleitungEin Abhängigkeits- oder Suchtsyndrom ist im Allgemeinen durch den starken Wunsch eines Kranken gekennzeichnet, eine psychoaktive Substanz zu sich zu nehmen um damit ein für ihn starkes Gefühl des Wohlbefindens herbeizuführen oder aufrechtzuerhalten. Weitere Kennzeichen einer Abhängigkeit sind Schwierigkeiten dabei, den Konsum zu kontrollieren und das Festhalten am Substanzgebrauch trotz gesundheitsschädigender Auswirkungen. Die am häufigsten dabei gebrauchten psychoaktiven Substanzen sind Alkohol, Nikotin, Medikamente und Suchtgifte. Wenn derartige Substanzen in einer Weise konsumiert werden, die Körper und Geist schädigen, ohne dass bereits eine Abhängigkeitserkrankung vorliegt, nennt man dies schädlichen Gebrauch oder Missbrauch. Die Grenze zwischen schädlichem Gebrauch und Sucht ist jedoch fließend und hängt von Menge, Dauer und Art des Konsums ab.1
Dieser Artikel hat eine sehr weit verbreitete Form der Suchterkrankung, den Alkoholismus, zum Inhalt. Mit dem allgemein gebräuchlichen Begriff Alkohol ist der zur Gruppe der Alkohole gemeinte Äthylalkohol gemeint. Dieser entsteht durch die Vergärung von Zucker aus verschiedenen Grundstoffen und hat berauschende Wirkung. Der Erwerb, Besitz und Handel von/mit Alkohol ist in Deutschland ab 16 bzw. 18 Jahren (Spirituosen) legal. Zwar kann das regelmäßige Trinken eines Gläschens Wein bei Männern über 45 und Frauen über 55 Jahren das Schlaganfallrisiko senken, jedoch hat Alkohol vor allem bei Jugendlichen eine rein schädigende Wirkung.
Eine Alkoholsucht beginnt meist schleichend, insbesondere weil die Droge Alkohol in der Gesellschaft akzeptiert ist. Dies führt zu der paradoxen Situation, dass diejenigen, die trinken, als normal gelten, während ein abstinent lebender Mensch fast schon als Sonderling gilt. In Deutschland wurden im Jahr 2007 im Durchschnitt 9,9 Liter reiner Alkohol je Bürger konsumiert. Dies entspricht in etwa einem Verbrauch von 111,7 Litern Bier, 20,6 Litern Wein, 3,7 Litern Schaumwein und 5,6 Litern Spirituosen je Einwohner. In der Folge haben über acht Millionen in der Altersklasse der 18- bis 59jährigen ernsthafte Alkoholprobleme und weitere 2,5 Millionen sind alkoholabhängig.2,3
Wenn Sie oder Menschen aus Ihrem Umfeld zu der Auffassung gelangen, ein Alkoholproblem zu haben, sollten Sie sich zunächst an eine der vielen deutschlandweiten Beratungsstellen wenden. Diese werden Sie bei Ihrem Weg unterstützen und Ihnen Behandlungsmethoden aufzeigen. Ein Entzug besteht normalerweise aus zwei Bestandteilen: dem körperlichen Entzug, auch Entgiftung genannt, unter einer daran anschließenden Therapie. Die Entgiftung wird in den meisten Fällen stationär durchgeführt und dauert etwa 2-3 Wochen. Während dieser Zeit wird Ihr Köper in der Klinik langsam daran gewöhnt, ohne das Suchtmittel Alkohol auszukommen. Mit Medikamenten werden die auftretenden körperlichen und psychischen Entzugserscheinungen gelindert. Ein wichtiger Bestandteil der Entgiftung ist es auch, durch eine bereits parallel ablaufende therapeutische Behandlung die Motivation des Patienten für die anschließende Entwöhnungstherapie zu fördern. Die Entwöhnungstherapie sollte nahtlos folgen. Sie dauert bei Alkoholsüchtigen etwa 3-6 Monate und kann stationär oder „ambulant“, das heißt mithilfe des Hausarztes und Suchtberatungsstellen, durchgeführt werden. Durch Einzel- und Gruppentherapiesitzungen soll der Ursache der Abhängigkeitserkrankung auf den Grund gegangen und so der Rückfall in alte Verhaltensmuster verhindert werden. Ein Rückfall ist in den ersten drei Monaten nach der Entgiftung am wahrscheinlichsten. Im Anschluss an die eigentliche Therapie hat der Betroffene die Möglichkeit der weiteren Unterstützung durch entsprechende Einrichtungen wie zum Beispiel Selbsthilfegruppen oder Wohnprojekte. Diese Nachsorgemaßnahmen haben das Ziel, die Rückkehr in den Alltag auf privater wie beruflicher Ebene zu erleichtern und so das Risiko eines Rückfalls zu senken.1-9
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